Lausanner Forscher lernen von Glühwürmchen

24. Mai 2019 05:26

Lausanne - Krebsgeschwüre können über ihre Glukoseaufnahme durch Biolumineszenz sichtbar gemacht werden. Der Mechanismus ist bereits von Glühwürmchen bekannt. Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne haben ihn nun auf metabolische Systeme angewandt.

Molekularbiologen der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) ist es gelungen, den Biolumineszenz-Mechanismus von Glühwürmchen auf metabolische Systeme zu übertragen. Laut einer Medienmitteilung der EPFL fanden die Wissenschaftler ein Verfahren, den Glukosestoffwechsel von Krebsgeschwüren in Echtzeit abzubilden. Die Technik erfolgt über den Einsatz von Luciferasen. Dies sind Enzyme, die unter Zusatz anderer Chemikalien ein Licht induzieren.

Die Forscher injizierten krebserkrankten Mäusen zwei verschiedene chemische Komponenten im Abstand von 24 Stunden. Als Folge zeigte sich bei den Krebszellen biolumineszentes Licht. Dessen Menge entspricht dabei den Ausmassen des Tumors. „Wir wollten ein Werkzeug entwickeln, das es uns gestattet, Krebs wirksamer zu behandeln“, erklärt Elena Goun vom Laboratorium für Bioorganische Chemie und Molekulare Bildgebung. „Unser neues bildgebendes Verfahren erlaubt, verwertbare Informationen über den Wachstumsstatus eines metabolischen Systems zu erhalten. Im Effekt können Medikamente getestet werden, die den Energiehaushalt eines Tumors drosseln und somit das Wachstum einschränken.“ Die BIGluc genannte Methode kann bei verschiedenen Tumoren eingesetzt werden. Die aktuelle Studie wurde in der Fachzeitschrift „Nature Methods“ publiziert. eb

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