Lange Reise von Landis+Gyr erreicht neue Etappe

10. Juli 2017 14:51

Zug - Landis+Gyr wechselt zum siebten Mal den Besitzer. Toshiba und die Innovation Network Corporation of Japan wollen den Schweizer Traditionskonzern an der Schweizer Börse verkaufen. Die lange Reise hat vor drei Jahrzehnten mit Stephan Schmidheiny begonnen, zeigt ein Medienbericht.

Einem Bericht der „NZZ am Sonntag“ zufolge wurde die Bilanz von Toshiba durch die Insolvenz der Atomtochter Westinghouse um mehr als 9 Milliarden Dollar belastet. Der japanische Technologiekonzern hält 60 Prozent an Landis+Gyr, die übrigen 40 Prozent werden vom staatsnahen Innovation Network Corporation of Japan gehalten. Ein Börsengang sei „eine attraktive Lösung“, wird Landis+Gyr-CEO Richard Mora im Bericht zitiert. „Aber auch ein Verkauf an einen Konkurrenten aus der Branche wird weiterhin geprüft.“ Die Entscheidung soll im dritten Quartal dieses Jahres fallen. 

Der geplante Verkauf wäre bereits der siebte Eigentümerwechsel in der Geschichte von Landis+Gyr. Die als Familienunternehmen gegründete Traditionsfirma ging 1987 in den Besitz von Stephan Schmidheiny über. Der Sohn einer der bedeutendsten Schweizer Industriellenfamilien reichte Landis+Gyr nach erfolgreicher Modernisierung an die ehemalige Elektrowatt weiter. Deren Hauptaktionärin Credit Suisse teilte Landis+Gyr umgehend in einen Energie- und einen Industrieteil auf. Letzterer wurde von Siemens übernommen „zum Glück für den Standort Zug“, wie es im Bericht heisst. Für das klassische Zählergeschäft dagegen ging die Odyssee mit der Übernahme durch die Beteiligungsgesellschaft KKR, den Verkauf an die australische Investmentgruppe Bayard und schliesslich den Verkauf an die derzeitigen japanischen Eigner weiter. 

„Das Timing ist gut, das Interesse gross“, wird Mora im Bericht zur neuen Verkaufsentscheidung zitiert. Ein Börsengang in der Schweiz sei dabei „schneller umsetzbar als in den Vereinigten Staaten“. Am Standort Zug werde sich durch einen Besitzerwechsel nichts ändern, so der Konzernchef. hs

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