Landis+Gyr verlagert nach Tschechien

02. Juni 2017 13:11

Zug - Landis+Gyr plant den Aufbau eines Shared Services Center in Prag und eines Center of Excellence in Nürnberg. Am Hauptsitz in Zug werden bis zu 60 Stellen abgebaut. Der Verband Angestellte Schweiz fordert politische Massnahmen zum Schutz der Schweizer Industrie.

Einer Mitteilung von Landis+Gyr zufolge hat der Schweizer Energiemanagementdienstleister seine Umsätze im abgelaufenen Geschäftsjahr um 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern können. Wettbewerb, Kostendruck und die „aus internationaler Sicht hohen operativen Kosten in Zug“ hätten das Management trotzdem zu strukturellen Veränderungen in der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) veranlasst, heisst es dort. 

Konkret will Landis+Gyr die geschäftsunterstützenden Funktionen der EMEA-Region in einem neuen Shared Service Center in Prag bündeln. Gleichzeitig soll in Nürnberg ein Center of Excellence zur Bündelung der spezialisierten Ressourcen der Region eingerichtet werden. Ausserdem wird Landis+Gyr „Nicht-Kernaktivitäten, einschliesslich des Lastmanagementsystem-Geschäfts“ abstossen. Der globale Konzernsitz, der Hauptsitz der Region EMEA und ein wichtiges Forschungs- und Entwicklungszentrum verbleiben in Zug. Allerdings werden hier bis zu 60 Arbeitsplätze abgebaut werden. 

„Die Häufung der Verlagerungen von qualifizierten Stellen aus der Schweiz bereitet mir Sorgen“, wird der stellvertretende Geschäftsführer der Angestellten Schweiz, Christof Burkard, in einem Kommentar des Angestelltenverbands zur Ankündigung von Landis+Gyr zitiert. Gegen die „immer dünner“ werdende industrielle Basis forderte Burkard „die Politik“ auf, die Industrie des Landes „besser zu pflegen“. hs

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