Lage in der Hotellerie verschärft sich

12. Oktober 2020 09:56

Bern - Die Beherbergungsbranche schätzt die Aussichten für Herbst und Winter schlechter ein als als im Vorjahr und im Sommer. Laut einer Umfrage von Hotelleriesuisse sind jetzt Corona-Schnelltests statt Quarantäne, einheitliche Reiseregelungen und gezielte staatliche Unterstützung wichtig. Der Verband fordert den Bundesrat zum Handeln auf.

Eine Umfrage unter den Mitgliedern des Schweizer Verbands der Beherbergungsbetriebe, Hotelleriesuisse, zeigt, dass die Sorgen der Branche wachsen. Während im Juni 3 Prozent der Befragten angaben, dass ihre Konkurswahrscheinlichkeit bei 60 Prozent und mehr liege, waren es zum Umfragezeitpunkt Anfang Oktober bereits 6 Prozent. Besonders besorgniserregend sei die Lage in den Städten: In Zürich und Genf sind 12 Prozent der Betriebe vom Konkurs bedroht. Hochgerechnet auf die gesamte Stadthotellerie seien dies aktuell rund 142 Häuser. 

Insgesamt 70 Prozent der Betriebe rechnen mit einer schlechteren Wintersaison als im Vorjahr. Laut einer Medienmitteilung von Hotelleriesuisse sei auch diesbezüglich die Lage der städtischen Hotels besonders „alarmierend“: 90 Prozent der dortigen Befragten sehen eine deutliche Verschlechterung der Lage. In den Ferienregionen gehen 57 Prozent von einem negativen Verlauf der Wintersaison aus.

Zwei Drittel der Hotelbetriebe (67 Prozent) werden ihre geplanten Investitionen in den nächsten sechs Monaten verschieben. Im Juni waren es noch 55 Prozent. Mehr als ein Drittel (37 Prozent) wird in den kommenden Monaten Kündigungen aussprechen müssen. Diese Quote ist mit 57 Prozent vor allem in den Städten hoch. „Somit bleibt die Situation auf dem Arbeitsmarkt besorgniserregend.“ Die Kurzarbeit stelle deshalb eine wichtige Stütze im Kampf gegen Massenarbeitslosigkeit im Gastgewerbe dar, so Hotelleriesuisse.

Gemäss dieser Umfrage sehen die Befragten die uneinheitlichen Reiseregelungen in Europa als besonderes Problem. „Wir fordern den Bundesrat auf, schnellstmöglich für die Harmonisierung der Reiseregelungen einzutreten und die Quarantäneregelungen anzupassen“, so der Präsident von Hotelleriesuisse, Andreas Züllig. „Mit Nachdruck“ verlangt der Verband auch einen zeitnahen Rückzahlungserlass einfacher COVID-Kredite in Härtefällen sowie einen Nullzinssatz während der gesamten Laufzeit. „Diese Massnahmen sind nötig, um Liquiditätsprobleme und Investitionsstaus zu bekämpfen sowie Arbeitsplätze und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu erhalten“, heisst es in der Mitteilung. mm

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