Künstliches Licht beeinflusst Bestäubung

18. März 2021 09:41

Zürich - Die Lichtverschmutzung wirkt sich auch bei Tag auf die Bestäubung von Pflanzen aus. Diese neue Erkenntnis basiert auf Analysen der Universität Zürich und von Agroscope. Da Insekten schon von Zersiedelung und Klimawandel bedroht sind, sind Lichtschutzmassnahmen geboten.

Künstliches Licht etwa von Strassenlaternen verändert bei Pflanzen die Anzahl der Bestäubungsbesuche durch Insekten. Überraschenderweise gilt das nicht nur nachts, sondern auch tagsüber. Das konnten laut einer Medienmitteilung Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Zürich (UZH) und von Agroscope, dem Kompetenzzentrum für landwirtschaftliche Forschung, erstmals zeigen.

So erhielten einige Pflanzenarten tagsüber signifikant oder leicht weniger Bestäubungsbesuche. Andere hingegen wurden mit LED-Licht viel mehr oder etwas mehr besucht. Am Beispiel des Wald-Storchschnabels und weiterer Pflanzen konnten die Forschenden zudem nachweisen, dass sie auf hellen und dunklen Wiesen zwar gleich oft bestäubt wurden. Doch unterschieden sich die Insekten: Während Zweiflügler die Beleuchtung mieden, wurden Käfer eher angezogen.

Bisher seien die indirekten ökologischen Effekte der Lichtverschmutzung vernachlässigt worden, so die UZH. „Da Insekten eine zentrale Rolle in der Bestäubung von Kultur- und Wildpflanzen spielen und auch unabhängig von künstlichem Licht durch die Zerstörung des Lebensraums und den Klimawandel bedroht sind, ist es wichtig, diese indirekten Mechanismen zu klären“, erklärt Eva Knop vom Universitären Forschungsschwerpunkt Globaler Wandel und Biodiversität der UZH und von Agroscope.

Zudem müssten negative Auswirkungen auf die Umwelt verhindert werden. Neue Beleuchtungstechnologien eröffneten alternative Möglichkeiten der Planung. Ausserdem sei Licht im öffentlichen Raum auf ein Minimum zu reduzieren. mm

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