Künstliche Photosynthese soll Wasserstoff liefern

18. Dezember 2019 11:15

Zürich - Ein Team der Universität Zürich arbeitet an der Herstellung von Wasserstoff durch Photosynthese. Das würde die Welt CO2-frei machen. Die Forschenden glauben, dass die Wasserstoffgesellschaft bis 2040 Wirklichkeit werden könnte. Doch ist dafür eine enorme Kraftanstrengung notwendig.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Zürich (UZH) arbeiten daran, Wasserstoff CO2-neutral produzieren zu können. Laut einer Mitteilung verfolgen sie die Idee, dieses Gas durch künstliche Photosynthese herzustellen. 

Wasserstoff ist zwar ein sauberer Energieträger, der in unerschöpflichen Mengen vorhanden ist. Doch werden 96 Prozent des heute verwendeten Wasserstoffs aus Kohle, Erdöl oder Erdgas hergestellt. So gelangen Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre. Eine nachhaltige Produktion ist mittels Elektrolyse möglich. Rund 4 Prozent des weltweit produzierten Wasserstoffs werden auf diesem Weg gewonnen. Dabei wird Wasser mit Hilfe von elektrischer Energie in Sauerstoff und Wasser zerlegt. Doch kommt der dafür notwendige Strom nicht aus nachhaltigen Quellen, ist für den Klimaschutz ebensowenig erreicht.

Projektleiter Roger Alberto verfolgt mit einer Gruppe von Chemikerinnen und Physikern an der UZH und der Empa eine andere Strategie: Sie spalten Wasser mittels künstlicher Photosynthese. „Unsere Idee ist, Sonnenlicht direkt in chemische Energie umzuwandeln“, erklärt Alberto. Dafür braucht es Reaktionsbeschleuniger. Jedoch funktionieren die bisher entwickelten Katalysatoren nur zwei Wochen, danach müssen sie ausgewechselt werden. Der „wunde Punkt“ ist laut Alberto nun, Katalysatoren zu entwickeln, die langlebig und effizient sind oder sich selbst erneuern. Davon sind die Forschenden noch weit entfernt.

„Eine nachhaltige Gesellschaft, die vollständig auf Wasserstoff setzt, ist aber denkbar“, wird Alberto zitiert. Die Wasserstoffgesellschaft könne bis 2040 Wirklichkeit werden, wenn Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zusammenspannen. Wie damals bei der Apollo-Mission, meint der Chemiker. mm

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