Konjunkturaussichten trüben sich ein

17. September 2019 11:25

Bern - Die Expertengruppe des Bundes revidiert ihre Konjunkturprognose für die kommenden Quartale leicht nach unten. Sie erwartet, dass sich die Weltwirtschaft schwächer entwickelt als bisher angenommen.

Das internationale Umfeld und die Aussichten für die Schweizer Konjunktur haben sich verschlechtert. Deshalb korrigiert die Expertengruppe des Bundes in ihrer Prognose Herbst 2019 ihre Erwartungen leicht nach unten. Sie rechnet damit, dass sich die Weltwirtschaft schwächer als bisher angenommen entwickelt. Die Unsicherheit sei gross, so das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) in einer Medienmitteilung. Das bremse die Exportwirtschaft und die Investitionen. 

Gegenüber ihrer Prognose vom Juni senkte die Expertengruppe ihre Erwartungen für das Wachstum des Bruttoinlandprodukts 2019 von 1,2 auf 0,8 Prozent. Zu einem erheblichen Teil gehe die Abwärtsrevision 2019 allerdings auf den Effekt grosser Sportveranstaltungen zurück, der jedoch wenig konjunkturelle Relevanz habe. Für das kommende Jahr rechnet das SECO unverändert mit 1,7 Prozent Wachstum. Auch an diesem Aufschwung hätten bedeutende Sportveranstaltungen einen grossen Anteil.

Da sich beim wichtigen Handelspartner Deutschland ein schwaches zweites Halbjahr 2019 abzeichnet, seien von der Auslandsnachfrage etwas geringere Impulse zu erwarten. Darunter würden vor allem die „konjunktursensitiven“ Branchen der Exportwirtschaft wie die Metall- und Maschinenindustrie leiden. Die Aufwertung des Frankens bremse die Ausfuhren zusätzlich.

Auch für die Binnenkonjunktur hätten sich die Aussichten eingetrübt. Die Produktionskapazitäten seien rückläufig, die Auftragslage schwach. Im Bausektor gebe es Hinweise auf „eine gewisse Sättigung des Marktes“, vor allem beim Hochbau. Beim Konsum werde sich das moderate Wachstum der ersten Jahreshälfte wohl fortsetzen.

Für die Weltkonjunktur würden die Abwärtsrisiken deutlich überwiegen. Internationale Handelskonflikte sowie politische Unsicherheiten wie hinsichtlich des Brexits sowie des Rahmenabkommens zwischen der Schweiz und der EU hielten die Unsicherheit hoch. Auch der Aufwertungsdruck auf den Schweizer Franken könne zunehmen. mm

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