KOF erwartet Wachstum von 3 Prozent

25. März 2021 14:39

Zürich - Die Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich geht von einer zunehmenden Normalisierung in der Wirtschaft und einem Wachstum von 3 Prozent in diesem Jahr aus. Der Verlauf der Corona-Krise gebe aber weiter den Takt an.

Die Konjunkturforschungsstelle (KOF) der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich hat ein Basisszenario zur Entwicklung der Schweizer Wirtschaft und der globalen Wirtschaft erstellt. Konkret erwartet die KOF laut ihrer Medienmitteilung im Basisszenario für die Schweiz einen Zuwachs des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 3 Prozent in diesem und 2,8 Prozent im kommenden Jahr. Damit hat die KOF ihre Prognose vom Februar um knapp einen Prozentpunkt nach oben revidiert. Das Wachstum wird auch dem Arbeitsmarkt Auftrieb geben.

Das Coronavirus bleibt auch in diesem Jahr Taktgeber der Wirtschaftsentwicklung der Welt, in Europa und der Schweiz, heisst es in der Mitteilung der KOF. Sie prognostiziert, dass die Schweiz durch die allmähliche Erholung der Wirtschaft im dritten Quartal wieder ihr Vorkrisenniveau erreichen wird.

Die Industrie ist laut KOF im Gegensatz zum Dienstleistungssektor gut durch die Corona-​Krise gekommen. Besonders stark getroffen ist weiter die Gastronomie. Die Industrie könne ihre Produktion im ersten Quartal sogar steigern, obwohl das BIP zunächst einen Rückgang verzeichnen werde, vor der Erholung in den Folgequartalen. Die Industrie profitiere von der guten Auftragslage durch Bestellungen aus Ostasien und den USA. Ab der zweiten Jahreshälfte sollten auch die Ausrüstungsinvestitionen wieder zunehmen. Zum Wachstum tragen auch die krisenbedingten Staatsausgaben bei, hält die Konjunkturprognose fest. Dagegen blieb die Entwicklung des privaten Konsums Anfang Jahr geschwächt. Für Ende 2021 erwartet die KOF aber das Vorkrisenniveau.

Die Inflationsprognose der KOF verschiebt sich wegen des höheren Erdölpreises, des leicht nachlassenden Frankenkurses und der etwas günstigeren Einschätzung der Wirtschaftslage nach oben auf durchschnittlich 0,3 Prozent in diesem und 0,4 Prozent 2022. Die Staatsschulden im Verhältnis zum BIP dürften laut KOF 2021 auf knapp über 30 Prozent ansteigen, was in etwa der Schuldenquote von vor zehn Jahren entspreche, ein tiefer Wert im internationalen Vergleich.

Die KOF hat neben dem Basisszenario auch eine Positiv- und eine Negativvariante je nach Auswirkung der Pandemie ausgearbeitet. In der positiven würde bei schnellerer Erholung das Wachstum auf 3,1 Prozent steigen. In der negativen Variante mit stärkerer Belastung des Gesundheitswesens, der Staatsausgaben und der Wirtschaft durch die Pandemie wären es nur 2,7 Prozent. gba 

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