Klühr warnt vor Unsicherheiten am Drehkreuz Zürich

05. August 2019 09:35

Kloten ZH - SWISS-CEO Thomas Klühr warnt vor „zunehmend schwierigen Rahmenbedingungen an unserem Drehkreuz in Zürich“. Diese würden das Destinationsangebot gefährden, was für die Exportnation Schweiz kritisch sein könnte. Zunächst lanciert die SWISS aber zwei neue Langstreckenflügn nach Washington und Osaka.

SWISS-Chef Thomas Klühr warnt in einem Interview mit der „Sonntagszeitung“ vor zunehmenden Unsicherheiten am Drehkreuz Zürich.  „Die bereits heute äusserst restriktiven Betriebszeiten sowie eine zunehmende Belastung durch Lärm- und andere Gebühren gefährden einen stabilen Flugbetrieb zusehends. Eine weitere Verschärfung der Rahmenbedingungen würde unser Destinationsangebot ernsthaft in Gefahr bringen und wäre damit für die Exportnation Schweiz kritisch“, betont er auch in einer Unternehmensmitteilung. Im Mai habe die SWISS zwei Boeing 777 bestellt. Seither hätten sich die Rahmenbedingungen noch weiter verschlechtert. „Da kommt man ins Grübeln, und ich bin nicht sicher, ob ich unter den heutigen Rahmenbedingungen die zwei Flugzeuge noch anschaffen würde“, so Klühr. 

Gleichzeitig kündigt Klühr im Interview den Start von zwei neuen Langstreckenflügen an. Ab März 2020 wird die SWISS demnach Direktflüge von Zürich nach Washington und Osaka anbieten. Die Flüge nach Washington sollen täglich verkehren, jene nach Osaka fünf Mal pro Woche. „Washington war schon immer ganz oben auf der Liste. Auch aus Politik und Wirtschaft wurden diesbezüglich viele Anfragen an uns herangetragen“, so Klühr. Mit Osaka habe die Konzernmutter Lufthansa bereits gute Erfahrungen ab München gemacht. Und der japanische Markt habe sich in den letzten Monaten stark entwickelt.

Die letzte Langstreckendestination hatte die SWISS 2013 eröffnet. Eine Streckeneröffnung sei ein langwieriger Prozess, erklärt Klühr die lange Wartezeit. „Ich betone immer, dass der Betrieb eines Langstreckenfliegers mit einem KMU vergleichbar ist. Er kostet 400 Millionen Dollar und beschäftigt 300 Mitarbeitende. Das ist eine langfristige Investition“, so der SWISS-Chef.

Im Interview wird Klühr auch auf Flüge innerhalb der Schweiz angesprochen. Mit Fertigstellung des Ceneri-Tunnels (Dezember 2020) werde sich die Zugfahrt zwischen Zürich und Lugano deutlich verkürzen, so die „Sonntagszeitung“. „Wenn die Bahn durch eine schnelle Verbindung eine Alternative zum Inlandflug werden sollte, schauen wir es uns zu gegebener Zeit an“, sagt Klühr. Eine Alternative wäre etwas ein Flugzug – so einer funktioniert bereits zwischen Zürich und Basel als Zubringer. ssp

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