Klimawandel gefährdet Frieden

26. Juli 2016 12:58

Potsdam - Naturkatastrophen können besonders in ethnisch zersplitterten Ländern zu Gewaltausbrüchen führen. Dies zeigt eine neue wissenschaftliche Studie auf. Sie soll dazu beitragen, Risikoregionen zu erkennen.

Der Klimawandel erhöht das Risiko für Naturkatastrophen wie Dürreperioden. Eine Gruppe von Forschern unter der Leitung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) hat untersucht, inwieweit solche Naturkatastrophen schwelende gesellschaftliche Spannungen erhöhen. Dabei haben die Forscher herausgefunden, dass „klimabedingte Naturkatastrophen ein destabilisierendes Potential“ haben, „dass sich in ethnisch zersplitterten Gesellschaften auf besonders tragische Art und Weise entfaltet“, wie Leitautor Carl-Friedrich Schleussner vom PIK in einer Medienmitteilung des Klimaforschungsinstituts zur Veröffentlichung der Studie zitiert wird.

Anhand von ökonomische Schadensdaten, die vom internationalen Rückversicherer Munich Re gesammelt wurden, konnten die Forscher aufzeigen, dass fast ein Viertel der Konflikte in ethnisch gespaltenen Ländern zeitlich mit Naturkatastrophen zusammenfallen. „Wir waren überrascht, wie sehr die Ergebnisse für ethnisch zersplitterte Länder herausstachen gegenüber anderen Eigenschaften der Länder – etwa ihrer Konfliktgeschichte, Armut oder Ungleichheit“, kommentiert Ko-Autor Jonathan Donges vom PIK diese Beobachtung.

Für Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des PIK und Ko-Autor der Studie, tragen die Forschungen dazu bei, konfliktanfällige Risikoregionen zu erkennen. „Unsere Studie ist also ein weiterer Beleg für einen ganz besonderen Zusatzeffekt einer Klimastabilisierung“, so Schellnhuber: „Frieden.“ hs

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