Klimawandel beeinflusst Rehpopulation

30. Juni 2020 13:56

Birmensdorf ZH - Im Zuge des Klimawandels treiben Pflanzen vor allem in tieferen Lagen immer früher aus. Dies verändert das Nahrungsangebot für die Zeiten, in denen Rehe Nachwuchs bekommen. Langfristig könnten die Tiere in höhere Lagen ausweichen.

Während der Aufzucht ihrer Kitze fressen Rehgeissen bevorzugt zarte Gräser und Kräuter mit einem hohen Energie- und Proteingehalt, erläutert die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in einer Mitteilung. Sie lassen sich vor allem im Frühling finden, wenn die Pflanzen austreiben.

Durch den Klimawandel setze die Vegetationszeit aber immer früher ein, erläutert die WSL weiter. Sie hat Langfristdaten erhoben, nach denen sich der Vegetationsbeginn in den 45 Jahren zwischen 1971 und 2015 um 20 Tage nach vorne verschoben hat. Die Setzzeit der Rehe sei im selben Zeitraum aber nur um drei Tage nach vorne gerückt, schreibt die WSL: „Ein Grund für die langsame Anpassung des Setztermins ist der Umstand, dass die Fortpflanzung des Rehs durch das Tag/Nacht-Verhältnis gesteuert ist“. Auf dieses Verhältnis hat der Klimawandel keinen Einfluss.

In tieferen Lagen weiche der Zeitraum der Aufzucht von Kitzen damit bereits heute häufig vom Zeitraum des optimalen Nahrungsangebots für die Rehgeissen ab, heisst es in der Mitteilung weiter. In höheren Lagen überlappten die beiden Zeiträume hingegen noch. „Dank der relativ kleinräumigen und mosaikartigen Bewirtschaftung der verschiedenen Landwirtschaftskulturen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten wachsen, findet das Reh auch nach den optimalen Bedingungen im Wiesland genügend Nahrung“, meint WSL-Wildtierbiologe Kurt Bollmann in der Mitteilung. Langfristig sei es aber denkbar, dass die Rehe auf höher gelegene Lagen ausweichen. hs

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