Klimakonferenz arbeitet an Regeln für Klimamarkt

02. Dezember 2019 14:50

Madrid - Die 25. UN-Klimakonferenz muss unter anderem die Regeln für den Klimamarkt setzen. Zudem soll sichergestellt werden, dass die entwickelten Länder ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar für die Bekämpfung des Klimawandels in Entwicklungsländern zur Verfügung stellen.

Am Montag hat in Madrid die 25. UN-Klimakonferenz begonnen. Die Veranstaltung findet unter der Präsidentschaft Chiles statt; der südamerikanische Gastgeber hat den Konferenzort wegen Unruhen im eigenen Land kurzfristig in die spanische Hauptstadt verlegen müssen.

Die jährlich stattfindende Konferenz muss sich dieses Mal unter anderem mit den künftigen Regeln für den Markt für Klimamassnahmen befassen. Dabei soll unter anderem sichergestellt werden, dass die Massnahmen zur Einsparung von CO2 nicht doppelt angerechnet werden, einmal im finanzierenden Land und ein zweites Mal im Land, in dem die Massnahmen umgesetzt werden. Die Delegierten der 24. UN-Klimakonferenz vor einem Jahr im polnischen Kattowitz hatten sich nicht auf solche Regeln einigen können.

Eine Einigung in Madrid wäre auch für die Schweiz wichtig. Hier haben sich nach der Aushandlung des Kyoto-Protokolls 1997 einige Jungunternehmen auf den Klimamarkt spezialisiert, darunter die Stiftung myclimate und das Klimaschutzunternehmen South Pole.

Der Klimagipfel in Madrid soll auch sicherstellen, dass die entwickelten Länder ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar für die Anpassung der Entwicklungsländer an den Klimawandel zur Verfügung stellen. „Wir sehen etwas Fortschritt in Hinblick auf die klimabezogenen Finanzmittel für Entwicklungsländer, wir werden nun die entwickelten Länder drängen, ihr Versprechen einzuhalten“, wird Patricia Espinosa, die Exekutivsekretärin des UN-Klimasekretariats UNFCCC, in einer Mitteilung ihrer Organisation zitiert. „Tropfen auf den heissen Stein reichen nicht, es braucht einen Umbruch.“

Im Anschluss an die Klimakonferenz von Madrid müssten die Vertragsstaaten ihre Klimaziele anpassen. Die bis jetzt vorgelegten Selbstverpflichtungen der Staaten seien dafür nicht genug, so Espinosa. „Wenn wir auf dem bisherigen Pfad bleiben, könnte der globale Temperaturanstieg bis Ende des Jahrhunderts doppelt so hoch ausfallen.“ Das Pariser Klimaabkommen 2015 hat das Ziel formuliert, den Temperaturanstieg im Verhältnis zum Beginn der Industrialisierung auf 1,5 Grad zu begrenzen. stk

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