Kleider können Atemluft verunreinigen

15. Mai 2019 14:28

Lausanne - Kleidung kann eine Vielzahl chemischer Stoffe und Partikel enthalten. Diese werden an die Luft abgegeben und gelangen so auch an die Lunge der Träger. Laut Lausanner Forschern ist die Auswirkung neuer Materialien auf die Gesundheit zu wenig erforscht. Dies sollte sich ändern.

 

Kleidung kann Nikotinreste aus Zigarettenrauch, Mikroben von Haustieren oder gefährliche Stoffe, die im landwirtschaftlichen, medizinischen oder industriellen Bereich zum Einsatz kommen, beinhalten. Diese werden vom Träger eingeatmet, schreibt die Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne (EPFL) in einer Mitteilung. Frühere Studien hätten beispielsweise bereits nachgewiesen, dass Nichtraucher, die neben einem Raucher mit Nikotinresten auf der Kleidung sitzen, später Nikotinspuren in Blut und Urin haben.

Laut EPFL-Forscher Dusan Licina sind Auswirkungen solcher Partikel auf die Gesundheit bisher zu wenig untersucht worden. Insbesondere zu neuen synthetischen Materialien, die beispielsweise antibakteriell oder UV-schützend sind, liegen zu wenig Studien vor. In seinem Übersichtsartikel, der im Fachblatt  „Environmental Science and Technology“ erschienen ist, warnt Licina vor diesen Wissenslücken und mahnt zu Untersuchungen der Gesundheitsrisiken.

In einer früheren Forschungsarbeit hat der Lausanner Wissenschaftler bereits die Luftqualität in der Intensivstation für Neugeborene untersucht. Dabei stelle er fest, dass sich die Konzentration an Luftpartikeln auf der Intensivstation mehr als verdoppelte, wenn Pflegepersonal die Abteilung betrat. Diese Partikel stammten laut Licina aus der Arbeitskleidung des medizinischen Fachpersonals. Womöglich könnten diese Partikel die Entwicklung des Immunsystems der Säuglinge beeinflussen, so der Forscher. ssp

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