Killerzellen steuern auch Wundheilung

09. September 2021 12:19

Zürich - Forschende der Universität Zürich haben entdeckt, dass natürliche Killerzellen auch die Wundheilung lenken. Möglicherweise können sie zur Beschleunigung des Wundheilungsprozesses ebenso eingesetzt werden wie gegen antibiotikaresistente Bakterien.

Natürliche Killerzellen steuern in Hautverletzungen das Gleichgewicht zwischen schnellerer Wundheilung und stärkerer Bakterienabwehr. Diese überraschende Entdeckung haben Forschende der Universität Zürich (UZH) laut einer Medienmitteilung gemacht. Dieser Typ von Immunzellen erkennt abnormale Körperzellen wie tumor- oder virusinfizierte Zellen und tötet diese ab. Dass er auch die Wundheilung kontrolliert, ist neu.

Neu ist auch die Beobachtung eines unerwünschten Nebeneffekts: „Wir konnten diese Zellen in Mäusen genetisch so verändern, dass das Wachstum von Blutgefässen beschleunigt wird und sich Hautwunden schneller schliessen“, wird Christian Stockmann, Professor am Institut für Anatomie der UZH, in der Mitteilung zitiert. „Allerdings wird dadurch die Immunabwehr geschwächt, was die Anfälligkeit für bakterielle Infektionen erhöht.“

Hintergrund dieser Forschungsarbeit ist, dass die Biomedizin nach Möglichkeiten sucht, Wundheilungsprozesse zu beeinflussen. „Die spannendste Frage ist, wie wir es schaffen können, die Wundheilung zu beschleunigen und gleichzeitig die Immunabwehr gegen Wundinfektionen zu stärken“, so der Anatom und Immunologe.

Zudem wiesen die Daten darauf hin, dass Krebs-Therapeutika, die Killerzellen aktivieren und stimulieren, auch bei bakteriellen Infektionen nützlich sein können. Das sollte „angesichts der zunehmend antibiotikaresistenten Keime unbedingt weiter erforscht werden“. mm

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