Kenia bietet Chancen für Schweizer Cleantech

01. Dezember 2022 12:28

Zürich/Nairobi - Für den Schweizer Cleantech-Sektor tun sich in Kenia interessante Möglichkeiten auf. Das Land richtet sich stark auf Erneuerbare und Nachhaltigkeit aus. Dies zeigte eine Online-Konferenz von Switzerland Global Enterprise (S-GE). Im Februar organisiert S-GE für Schweizer Firmen eine Reise nach Kenia.

Bei einer von S-GE veranstalteten Online-Konferenz haben die Teilnehmenden aus der Schweiz und aus Kenia dargestellt, wie die Schweizer Cleantech-Industrie das ostafrikanische Land bei seiner Vision 2030 unterstützen kann. Dieser Regierungsplan sieht unter anderem vor, dass Kenia bis zu diesem Zeitpunkt die Energiewende vollzogen hat. Auch die Kreislaufwirtschaft ist ein Bestandteil davon.

Wie der Schweizer Botschafter in Kenia, Valentin Zellweger, einleitend feststellte, sei dies eine Gelegenheit für die innovativen Lösungen des Schweizer Cleanteach-Sektors. Über 70 Schweizer Unternehmen seien bereits in dem Land tätig. Sie betrachteten Kenia als Tor zum Rest Afrikas.

An dem Gespräch nahmen Vertreterinnen und Vertreter von S-GE, KEPSA, dem Dachverband des kenianischen Privatsektors, und des Swiss Business Hub Southern Africa teil. Ausserdem stellten einige in Kenia ansässige Unternehmen ihre Bemühungen und Bedürfnisse hinsichtlich Nachhaltigkeit vor: Mr. Green Africa lässt von Privatpersonen Plastikabfälle einsammeln und verkauft sie als Rohprodukte an die Industrie weiter. Olivado produziert im zentralen Hochland Avocadoöl und hat zur Abfallreduktion und Energiegewinnung eine eigene Biomasseanlage entwickelt und gebaut. OFGEN bietet innovative Solarlösungen.

OFGEN-CEO Geoffrey Ronoh wies darauf hin, wie wünschenswert das Engagement von Schweizer Investoren beim Aufbau von Produktionsanlagen sei. Sie würden teure Importe von Komponenten und Produkten ersetzen. Ausserdem benötige das Land Software, die Energieverluste minimiert und Geld spart. Zudem müsse der direkte Handel zwischen der Schweiz und Kenia gesichert werden. Dazu stellte Botschafter Zellweger eine Handelskampagne zwischen beiden Ländern in Aussicht. Sie soll bereits im ersten Quartal 2023 starten. Ronoh und weitere Teilnehmende betonten darüber hinaus, dass der direkte Kontakt zu lokalen Akteuren wesentlich sei.

Marcel Bruhwiler, seit 2012 Infrastrukturmanager für den Osten und Süden Afrikas bei der International Finance Corporation (IFC) und zuvor acht Jahre am Sitz der Bühler Gruppe in Johannesburg tätig, identifizierte vor allem drei Tätigkeitsfelder für das infrastrukturelle Wachstum Kenias: Das Land benötige „ein Tech-Hub und Tech-Jobs für schnellere Internetverbindungen“ sowie öffentlich-private Partnerschaften für Lösungen rund um Urbanisation, sauberes Wasser, Abfallmanagement und städtische Mobilität. Darüber hinaus könnten Kenias Fortschritte beim Energiewandel und bei der dezentralen Energieversorgung auch die Entwicklung anderer afrikanischer Länder positiv beeinflussen. Als Schlüsselthema bezeichnete er die Erschwinglichkeit: Wer sich für Cleantech in Afrika engagiere, müsse eventuell limitierte finanzielle Möglichkeiten mitdenken.

S-GE organisiert für Februar eine Reise von Unternehmensvertreterinnen und -vertretern nach Kenia. Diese könnte womöglich parallel zu einem offiziellen Besuch von Staatssekretärin Helene Budliger Artieda, der Chefin des Staatssekretariats für Wirtschaft, in das ostafrikanische Land erfolgen. mm

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