Katastrophen kosten weniger

15. August 2019 11:59

Zürich - Natürliche und menschengemachte Katastrophen haben im ersten Halbjahr weltweit einen Schaden von 44 Milliarden Dollar angerichtet, schätzt das Swiss Re Institute. Das ist deutlich weniger als im zehnjährigen Durchschnitt. Gewitter und Überflutungen richten am meisten Schäden an.

Naturkatastrophen haben im ersten Halbjahr weltweit einen Schaden von 40 Milliarden Dollar angerichtet, menschengemachte Katastrophen einen Schaden von weiteren 4 Milliarden Dollar, schreibt das Swiss Re Institute in einer Mitteilung. Damit liegt der Gesamtschaden deutlich unter dem Halbjahresdurchschnitt der letzten zehn Jahre in Höhe von 109 Milliarden Dollar. Dieser wird allerdings durch die ersten Halbjahre 2010 und 2011 hochgetrieben, als die Schäden rund 200 und 350 Milliarden Dollar betrugen.

Von den Schäden im ersten Halbjahr 2018 waren nur 42 Prozent durch Versicherungen abgedeckt. Während die menschengemachten Schäden praktisch vollständig versichert waren, waren von den Schäden aus Naturkatastrophen nur 15 Milliarden Dollar abgedeckt. So trafen Wirbelstürme Gebiete im südlichen Afrika und in Indien, die kaum durch Versicherungen geschützt sind. „Die Entwicklung in der ersten Jahreshälfte hat einmal mehr die grosse Deckungslücke in den Schwellenländern offenbart“, wird Martin Bertogg, Chef Katastrophenschäden bei Swiss Re, in der Mitteilung zitiert.

Die meisten Schäden, rund 32 Milliarden Dollar, gehen auf Wind und Wasser zurück. Bertogg geht davon aus, dass künftig auch das Risiko für Waldbrände und Ernteausfälle wegen Dürren steigen wird. „Weil infolge der höheren Temperaturen mehr Wasserdampf in die Atmosphäre gelangt, erwarten wir darüber hinaus auch unbeständigere Regenfälle“, wird Bertogg zitiert. 

Bei den Katastrophen im ersten Halbjahr sind rund 5000 Menschen umgekommen oder werden vermisst. stk

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