Karrer warnt vor Konkurswelle

29. Mai 2020 13:15

Zürich - Laut economiesuisse-Präsident Heinz Karrer kommt eine gewaltige Konkurswelle verbunden mit mehr Arbeitslosigkeit auf die Schweiz zu. Sein Verband plädiert unter anderem für die Abschaffung der Industriezölle. Der Abbau der Corona-Schulden dürfte laut Karrer rund 30 Jahre dauern.

Der Bundesrat habe in der Corona-Krise insgesamt richtig und verhältnismässig gehandelt, sagt economiesuisse-Präsident Heinz Karrer in einem Interview mit dem „Tages-Anzeiger“. Dennoch werde es noch dauern, bis in der Wirtschaft wieder von normalen Zuständen gesprochen werden könne. „Das Virus und die wirtschaftlichen Folgen werden uns noch lange begleiten“, so Karrer. Auf die Schweiz komme eine „gewaltige Konkurswelle und eine Arbeitslosigkeit zu, wie wir sie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gesehen haben“.

Nun geht es laut Karrer darum, so schnell wie möglich aus der Krise herauszukommen. Dazu brauche es eine „kluge Wirtschaftspoltik“. Economiesuisse hat dazu bereits einen Acht-Punkte-Plan vorgestellt. In diesem wird unter anderem der Abbau von Industriezöllen gefordert. Weitere Punkte umfassen etwa die Beschleunigung der Digitalisierung oder einen Schuldenabbau ohne Steuer- und Abgabenerhöhungen.

Die Abschaffung der Industriezölle werde schon lange diskutiert. Aber gerade in der Krise sei es wichtig, die Belastung der verarbeitenden Industrie zu senken, so Karrer. „Der Wohlfahrtsgewinn ist sicher grösser als allfällige Einnahmenausfälle beim Bund“, fügt er hinzu.

Die Corona-Schulden, deren Umfang auf 30 bis 50 Milliarden Franken geschätzt wird, könnten nach der Vorstellung von Karrer über 30 Jahre abgebaut werden. Der Abbau liesse sich durch die Nutzung von Kreditreserven im Bundesbudget, durch ausserordentliche Einnahmen und durch die Gewinnausschüttungen der Schweizerischen Nationalbank finanzieren. ssp

Mehr zu Wirtschaftspolitik

Aktuelles im Firmenwiki