Kantone sollen Bundesinventar besser positionieren

21. Dezember 2021 11:47

Bern - Die Kantone sollen das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS) besser positionieren. In den Städten und Gemeinden fehlt es noch an Akzeptanz und Praktikabilität, wie ein neuer Bericht zeigt.

Die Kantone sollen sich für mehr Akzeptanz und Berücksichtigung des Bundesinventars der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS) in den Städten und Gemeinden einsetzen. Ausserdem wird der Bund unter anderem damit beauftragt, das bestehende Beratungsangebot für die Gemeinden zu erweitern, heisst es in einer Medienmitteilung.

Zu mehr Rechts- und Planungssicherheit soll überdies führen, dass die Kantone das Bundesinventar zukünftig gesetzlich verpflichtend berücksichtigen müssen. Bislang ist die Berücksichtigung nur auf Verordnungsstufe geregelt.

Anlass für die Massnahmen ist ein neuer Bericht vom Bundesamt für Kultur (BAK) und dem Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) in Zusammenarbeit mit einer Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern aller Staatsebenen, Fachleuten der Raumplanung und des Ortsbildschutzes, der Denkmalpflege sowie der Architektur und der Bauwirtschaft. Das Gremium präsentierte seinen Bericht am 17. Dezember im Bundesrat.

Er zeigt anhand von sechs Städten und Gemeinden auf, dass es bei der praktischen Anwendung des ISOS und dessen Vereinbarkeit mit dem Auftrag der baulichen Nachverdichtung in Ortschaften noch Schwierigkeiten gibt. „Die Analyse von Praxisbeispielen zeigte, dass lückenhafte planerische Verfahren, Fehler bei der Anwendung des Inventars und unsachgemässe Interessenabwägungen zu Schwierigkeiten bei der Berücksichtigung und Akzeptanz des ISOS führen können“, heisst es in der Medienmitteilung.

Richtig angewendet stelle die Bestandsaufnahme von schützenswerten Ortsbildern hingegen eine „Chance für eine qualitativ hochwertige Verdichtung dar und leistet somit einen wichtigen Beitrag zu einer hohen Baukultur in der Schweiz“. ko

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