Kanton Zürich rechnet mit stabilem Arbeitsmarkt

13. November 2020 15:31

Zürich - Die Wirtschaft im Kanton Zürich dürfte in diesem Jahr um 4,1 Prozent einbrechen. Die Lage am Arbeitsmarkt bleibt bisher aber stabil. Der Regierungsrat beantragt aber für wirtschaftliche Härtefälle einen Kredit von netto 160 Millionen Franken.

Der Kanton Zürich wird stärker von der Corona-Krise getroffen als die Schweiz insgesamt. Die Wirtschaftsleistung dürfte in diesem Jahr im Kanton um 4,1 Prozent zurückgehen, während der Rückgang in der Schweiz insgesamt nur 3,5 Prozent betragen dürfte, schreibt der Regierungsrat unter Verweis auf Analysen von BAK Economics in einer Mitteilung. Bis Ende 2021 dürfte sich der Verlust im Vergleich zu einer angenommenen Wirtschaftsentwicklung ohne Corona auf 16 Milliarden Franken kumulieren.

Dabei sind die Branchen sehr unterschiedlich betroffen. So dürfte die reale Wirtschaftsleistung in der Beherbergungsbranche im Kanton im Vergleich zu 2018 um 59 Prozent schrumpfen, in der gesamten Schweiz nur um 37 Prozent. Auch die Gastronomie schrumpft in Zürich mit 35 Prozent stärker als in der Schweiz insgesamt (-25 Prozent). Im Verkehr wird ein Rückgang im Kanton um 22 Prozent erwartet, in der Schweiz nur um 12 Prozent. Im Gegenzug geht die Wirtschaftsleistung in der Zürcher Baubranche mit 2,8 Prozent unterdurchschnittlich zurück, in der Schweiz dürfte ein Minus von 2,6 Prozent resultieren. Der Finanzsektor schrumpft um 2,4 Prozent in Zürich, um 2,1 Prozent in der Schweiz.

Der Arbeitsmarkt bleibt trotz dieser Rückgänge erstaunlich robust. Laut der Mitteilung der Regierung waren Ende Oktober insgesamt 27‘416 Personen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren im Kanton als arbeitslos gemeldet. Das sind 80 Personen weniger als Ende September. Dabei gab es mehr Arbeitslose in hart betroffenen Branchen wie dem Gastgewerbe, aber weniger im Gesundheits- und Sozialwesen und im Einzelhandel. 

Namentlich die Kurzarbeit dürfte dazu beigetragen haben, die Arbeitslosigkeit zu begrenzen. So wurde im April für 254‘800 Beschäftigte im Kanton Kurzarbeit abgerechnet. „Die Kurzarbeit hat seit Beginn der Pandemie entscheidend dazu beigetragen, dass Arbeitsplätze erhalten blieben und viele Arbeitnehmende vor der Arbeitslosigkeit bewahrt wurden“, wird Andrea Engeler, Chefin des Amts für Wirtschaft und Arbeit, in der Mitteilung zitiert.

Die Regierung will nun für besonders betroffene Unternehmen im Zusammenhang mit dem Härtefallprogramm des Bundes staatliche Unterstützung zur Verfügung stellen. Das betrifft etwa Unternehmen in den Veranstaltungs-, Gastro-, Reise- und Tourismusbranchen. Dafür beantragt er laut einer weiteren Mitteilung beim Kantonsrat einen Kredit von 160 Millionen Franken. Zusammen mit den Mitteln des Bundes stehen damit maximal 200 Millionen Franken zur Verfügung. stk

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