Käufer wünschen sich mehr Informationen zu Nachhaltigkeit

13. Dezember 2021 14:48

Zürich - Konsumenten suchen vermehrt wieder das Einkaufserlebnis vor Ort, anstatt online einzukaufen. Zu diesem Ergebnis kommt die Unternehmensberatung KPMG nach einer Umfrage. Beim Thema Nachhaltigkeit wünschten sich die Käufer mehr Information von den Herstellern.

Mehr als Dreiviertel der Schweizer kaufen mindestens einmal im Monat im Internet ein. Mehrmals in Monat kaufen derzeit 53 Prozent ein. Das sind 5 Prozent weniger als noch im Frühjahr dieses Jahres. Das Einkaufen verschiebt sich damit wieder mehr in Richtung stationärer Handel, schlussfolgert die Unternehmensberatung KPMG mit Sitz in Zürich in einer Studie.

„Die Konsumentinnen und Konsumenten suchen unter anderem vermehrt das Einkaufserlebnis vor Ort. Der stationäre Handel hat nach wie vor Zukunft", wird Jürg Meisterhans, Sektorleiter Retail bei KPMG Schweiz, in einer Medienmitteilung zitiert.

Weiterhin zeige die Umfrage unter rund 1000 Schweizern, dass aussagekräftige Produktbeschreibungen, ansprechende Bilder und Videos sowie die Auswahl von Bezahlmöglichkeiten den Einkauf stark beeinflussen. Auch Angaben zur Rücknahme und Retoure sowie Kundenbewertungen spielten eine grosse Rolle, insbesondere bei den sogenannten Millenials und der Generation Z.

Ausserdem zeige die Umfrage, dass ein grosses Bedürfnis nach Informationen über Nachhaltigkeitsthemen bestehe. Fast die Hälfte der Befragten erachtet diesbezügliche Angaben als wichtig, fast ein Fünftel als sehr wichtig. Bis zu einem Drittel der Befragten gibt jedoch an, keine aussagekräftigen Informationen wie zum Beispiel zu Wasserverbrauch, gleichberechtigter Bezahlung, Kinderarbeit und dem CO2-Fussabdruck eines Produktes zu finden – weder online noch im Geschäft. Hier gebe es noch viel Potenzial bei den Herstellern und Händlern, heisst es in der Medienmitteilung.

Unterdessen sind zwar 91 Prozent der Bevölkerung bereit, zugunsten von Nachhaltigkeit Kompromisse einzugehen. So wäre es für die Hälfte der Befragten in Ordnung, beim Online-Einkauf Mehrwegverpackungen zurückzugeben. 44 Prozent würden längere Lieferzeiten akzeptieren. Ein Drittel würde funktionsfähige Ware mit kleinen Schönheitsfehlern hinnehmen. Allerdings wäre nur jeder Fünfte bereit, für nachhaltige Verpackungen einen Aufpreis zu bezahlen oder eine Ausgleichszahlung für den CO2-Fussabdruck einer Internet-Bestellung zu leisten.

Dennoch „werden Nachhaltigkeitsfaktoren beim Einkaufen immer wichtiger“, wird Jürg Meisterhans weiter zitiert. Die Händler müssten dies sowohl online als auch im stationären Handel systematisch berücksichtigen. ko

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