Julius Bär will in Asien zulegen

20. März 2017 12:56

Zürich - Die Stärke auf dem Heimatmarkt ist für Boris Collardi die Voraussetzung für Erfolg im Ausland. Wachstumschancen sieht der CEO der Bank Julius Bär im Interview vor allem in Asien. Eine Superbank brauche die Schweiz nicht.

Die Kunden seien vorsichtig, erläutert Boris Collardi im Interview mit dem „Tages-Anzeiger“. „In einem komplizierten Umfeld wollen die Kunden persönliche Beratungen, keine automatisierten Anlageentscheide von Robo-Advisors“, so der CEO der Bank Julius Bär weiter. Einer Strategie, wie die der Credit Suisse, die eigene Wachstumspläne über Investitionskredite für vermögende Kunden realisieren will, erteilt der Bankenchef gleichzeitig eine Absage. Im Kampf um Marktanteile böten andere Banken, „Konditionen an, auf die wir uns nie einlassen würden“. 

Die Schweiz bleibt als Heimatmarkt der grösste Einzelmarkt der Bank. „Wir können im Ausland nur erfolgreich sein und wachsen, wenn wir in der Schweiz stark sind“, erklärt Collardi. Wachstumschancen sieht er vor allem in Asien, wo die Bank Julius Bär „mit unseren Schweizer Wurzeln“ gut positioniert sei. Auch Grossbritannien interessiert die Schweizer Privatbank. „Das Pfund ist schwächer geworden und der britische Finanzplatz braucht dringend Erfolgsgeschichten.“ Er wisse jedoch nicht, „ob es derzeit etwas zu kaufen gibt“. 

Die von UBS-Chef Sergio Ermotti vorgeschlagene „Superbank“  hält Collardi für keine gute Idee. Bereits heute könnten Banken ihre Bedürfnisse an Informatikfirmen auslagern. Der Banker bedauert jedoch, „dass wir für die Industrialisierung branchenfremde IT-Unternehmen zurate ziehen müssen“. Sie sollten vielmehr von der bankeneigenen SIX-Gruppe übernommen werden. hs

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