IOR klärt Resistenz gegen Lymphom-Therapie

10. Mai 2022 09:57

Bellinzona - Forschende des Instituts für Onkologieforschung (IOR) haben entdeckt, warum Zellen gegen das Lymphom-Medikament Idelalisib unempfindlich werden und wie diese Resistenz bekämpft werden kann. Dies kann das Scheitern der ansonsten wirksamen Krebstherapie verhindern.

Die Lymphom-Genomik-Gruppe am IOR hat einen neuen Mechanismus für die Resistenz gegen das Medikament Idelalisib identifiziert. Es wird zur Behandlung von Erkrankten mit follikulärem Lymphom, chronischer lymphatischer Leukämie und Marginalzonen-Lymphom eingesetzt. Trotz seiner Wirksamkeit führt Idelalisib jedoch zur Entwicklung von Arzneimittelresistenzen. Das schränkt seinen Einsatz ein.

Diese Gruppe unter der Leitung von Francesco Bertoni hat laut einer Medienmitteilung der Universität der italienischen Schweiz, an die das IOR angegliedert ist, einen Mechanismus identifiziert, der für die Resistenz gegen das Medikament verantwortlich ist. Dafür hatten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein Zellmodell entwickelt und es sechs Monate lang kontinuierlich Idelalisib ausgesetzt.

Dabei zeigten die Zellen die erwartete Desensibilisierung. Zudem hatten diese Zellen auch eine Resistenz gegen andere wichtige PIK3-Inhibitoren wie Copanlisib, Duvelisib und Umbralisib entwickelt. Durch die gezielte Behandlung dieser Zellen gegen die identifizierten Faktoren gelang es den Forschenden, die Resistenz zu überwinden und sie wieder für Idelalisib empfindlich zu machen.

Diese Ergebnisse wurden den Angaben zufolge in weiteren zellulären Lymphom-Modellen und an klinischen Proben bestätigt. Die Studie wurde in der medizinischen Fachzeitschrift „Haematologica“ veröffentlicht. mm

Mehr zu Life Sciences

Aktuelles im Firmenwiki