Investitionen in Schweizer Start-ups sinken um 35 Prozent

30. Januar 2024 12:46

Zürich - Investitionen in Start-ups sind 2023 um 34,8 Prozent auf 2588 Millionen Franken gesunken. Das zeigt der Swiss Venture Capital Report. Cleantech-Firmen erhielten 36 Prozent mehr frisches Kapital, IT-Firmen 62 Prozent weniger. Der Kanton Zug ist neu die Nummer zwei hinter Zürich.

Die Schweizer Start-up-Landschaft hat 2023 den grössten Rückgang an Investitionen seit 2011 erlebt. Mit 2588 Millionen Franken lag das Volumen aber noch über dem Corona-Jahr 2020, als es rund 2300 Millionen betrug. Die Zahl der Finanzierungsrunden erreichte mit 397 einen neuen Rekord, wie aus dem Swiss Venture Capital Report 2024, den startupticker.ch gemeinsam mit der Swiss Private Equity & Corporate Finance Association (SECA) herausgibt.

IT verzeichnete als grösster Sektor mit 62 Prozent den grössten Rückgang, auf noch 786 Millionen Franken. Cleantech ging leicht zurück, hielt aber mit 630 Millionen den zweiten Platz. Investitionen in Biotech-Start-ups stiegen um 22 Prozent auf 492 Millionen. Damit ist der Sektor aber noch weit von seinem Rekord von über 800 Millionen im Corona-Jahr 2020 entfernt.

Die regionale Verteilung entspricht den sektoriellen Stärken der Standorte. So verzeichnete der Kanton Zürich mit seiner starken IT-Branche einen Rückgang um 59 Prozent, hielt aber mit 872 Millionen seinen ersten Platz. Zug stieg mit 457 Millionen auf Platz zwei vor dem Waadtland auf. „Zug hat sich als neuer Hotspot für Start-ups etabliert“, sagte Stefan Kyora, Chefredaktor von startupticker.ch, bei der Vorstellung des Berichts in Zürich.

Mit dem 2021 gegründete Cleantech-Unternehmen Atlas Agro, das 283 Millionen Franken einsammelte, erhielt denn auch ein Zuger Unternehmen die grösste Einzelinvestition. Die zweitplatzierte Distalmotion aus Epalinges VD erhielt 134 Millionen Franken, Noema Pharma in Basel 103 Millionen. Der Medianwert aller Finanzierungen lag bei 2,1 Millionen Franken, 0,4 Millionen weniger als im Vorjahr.

„Die Haltung der Investoren hat sich geändert“, sagte Simon Enderli, CEO der Swiss Entrepreneurs Foundation, bei der Vorstellung des Berichts. „Sie wollen Unternehmen, die profitabel sind oder es bald werden.“ Pascale Vonmont, Direktorin der Gebert Rüf Stiftung, unterstrich die Qualität der Start-ups. „Die Schweiz hat ein stabiles Ökosystem entwickelt mit einer wachsenden Zahl von Hightech-Start-ups.“ ce/stk 

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