Interesse am Grossraum Zürich nimmt zu

03. Juni 2020 11:33

Zürich - Unternehmen haben in der Corona-Krise mehr Zeit, sich vertieft mit Standorten auseinanderzusetzen. Dies spürt auch die Greater Zurich Area AG (GZA). Die Nachfrage nach Informationen zum Standort habe in der Krise zugenommen, so GZA-Präsident Balz Hösly.

Zwar legen viele Unternehmen ihre Expansionspläne aufgrund der Corona-Krise auf Eis. Dafür haben sie aber mehr Zeit, sich vertieft mit Standorten auseinanderzusetzen, erklärt Balz Hösly, Präsident der GZA, in einem Interview mit Tele Z. Die GZA verzeichne entsprechend auch eine höhere Nachfrage nach Informationen zum Standort.

Die Ansiedlung von neuen Unternehmen erfolgt laut Hösly in mehreren Schritten. Zunächst gehe die GZA dabei aktiv auf Unternehmen im Ausland zu, die zum Wirtschaftsraum passen. Dafür werden Firmen identifiziert, die vom Ökosystem im Grossraum Zürich profitieren können. Interessant seien etwa Unternehmen, die in den Bereich Blockchain, Fintech, Life Sciences, Drohnen oder Robotik tätig sind. Darauf folgt eine Phase der Informationsvermittlung – diese habe in der Pandemie an Bedeutung gewonnen. Anschliessend verschaffen sich Unternehmen einen Eindruck vor Ort – diese Phase sei in der aktuellen Situation aufgrund der Reiseeinschränkungen schwierig.

Sorgen macht Hösly derzeit, dass direkte Investitionen von Unternehmen in Europa abnehmen. Firmen, die expandieren wollen, konzentrieren sich vermehrt auf Asien. Es gelte nun, die hohe Qualität des Wirtschaftsraums Zürich aufzuzeigen, von dem aus Unternehmen die ganze Welt bedienen können. Als wichtige Standortvorteile hebt Hösly die Verfügbarkeit von hochqualifizierten Arbeitskräften und die überdurchschnittlich hohe Lebensqualität hervor. Als die grössten Konkurrenten des Wirtschaftsraums Zürich in Europa sieht er die Metropolitanregionen München sowie Amsterdam/Rotterdam.

Im Interview äussert sich Hösly auch zu den vergleichweise hohen finanziellen Beiträgen des Kantons Zürich an die GZA. Er hebt hervor, dass die Wertschöpfung einer Ansiedlung über Kantonsgrenzen hinausgeht. Zürich erbringe sehr viele Zentrumsdienstleistungen und profitiere beispielsweise auch dann, wenn ein Unternehmen in Zug angesiedelt werde, weil dadurch auch Beratungsunternehmen oder Zulieferer aus Zürich neue Kunden gewinnen können. Ausserdem sei der Wohnort der Arbeitskräfte nicht zwingend am Unternehmenssitz, wodurch auch in anderen Kantonen mehr Steuerbeträge anfallen. ssp

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