InSphero reduziert Tierversuche mit 3D-Mikrogewebe

17. März 2017 11:47

Schlieren ZH - Das Schlieremer Unternehmen InSphero hat ein 3D-Mikrogewebe einer Affenleber entwickelt. Damit können Tierversuche in der Medikamentenentwicklung reduziert werden.

InSphero hat das 3D-Mikrogewebe einer Affenleber in dieser Woche beim 56. Jahrestreffen der Society of Toxicology vorgestellt, die gemeinsam mit der ToxExpo in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland veranstaltet wurde. Laut einer Medienmitteilung erweitert InSphero damit sein Angebot an organotypischen 3D-Lebermodellen, die für In-vitro-Tests genutzt werden können.

Bei der Medikamentenentwicklung werden Tierversuche durchgeführt, um durch Medikamente verursachte Leberbeschädigungen (Drug-induced liver injury/DILI) auszuschliessen. Entsprechende Tests an Primaten sind sogar oft Voraussetzung, um klinische Testreihen mit Menschen durchzuführen. InSphero hat seine neuen Mikrogewebe aus Leberzellen von Affen entwickelt und bietet damit eine Alternative zu Tests an lebenden Tieren. Sie können über einen Zeitraum von 28 Tagen genutzt werden und erlauben somit auch die Überprüfung langfristiger Effekte und schädlicher Einflüsse auf die Leber.

Mit der Entwicklung werde dem zunehmenden Trend, Tierversuche zu reduzieren oder abzuschaffen, Rechnung getragen, heisst es vom leitenden Wissenschaftler von InSphero, Patrick Guye. Zudem könnten dadurch auch Kosten reduziert werden. Er weist zudem daraufhin, dass InSphero auch Lebermodelle von Menschen, Ratten und Hunden anbietet. Durch eine kombinierte Nutzung würden die Anwender eine bessere Voraussage über die Reaktion einer menschlichen Leber auf Medikamente treffen können.

InSphero, eine Ausgliederung aus Universität Zürich (UZH) und Eidgenössischer Technischer Hochschule Zürich (ETH), hat seinen Sitz im Bio-Technopark Schlieren-Zürich. jh   

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