Innovative Firmen setzen Nachhaltigkeit um

10. September 2021 15:25

Nidau BE - Insgesamt 47 Unternehmen haben sich am vierten Symposium von NextGenerations vor rund 140 vor Ort und weiteren 100 digital Teilnehmenden präsentiert. Der Kreislaufpionier Walter Stahel wurde zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt.

Nachhaltigkeit ist in der Mitte der Wirtschaft angekommen. „Nachhaltigkeit ist ein Megatrend“, sagte Rebecca Knoth-Letsch, Projektleiterin Umweltpolitik von economiesuisse, am vierten Symposium von NextGenerations am Donnerstag im Dispo.space in Nidau. Das Wirtschaftswachstum müsse vom Ressourcenwachstum entkoppelt werden, es brauche auch eine sinnvolle Kreislaufwirtschaft. Nachhaltigkeit gehe alle an.

Doch Nachhaltigkeit steht schon sehr lange auf der Agenda. Das machte der digitale Auftritt von Walter Stahel deutlich. Stahel ist einer der Pioniere der Kreislaufwirtschaft und hat bereits vor vier Jahrzehnten das Product Life Institute in Genf gegründet. Die Natur kenne keine Abfälle. Die bisherige lineare Fertigung mit ihren Abfällen müsse in eine Kreislaufwirtschaft umgewandelt werden, welche die Abfälle vermeide. Das brauche Innovationen und einen multidisziplinären Ansatz, wenn möglich gleich an der Wurzel: „Wenn wir kreislauffähige Materialwissenschaften haben, dann haben wir auch das Abfallproblem gelöst.“ Stahel wurde während der Veranstaltung zum Ehrenmitglied von NextGenerations ernannt.

Nachhaltigkeit geht über Ökologie hinaus. Die Initiative Peace on Snow, im Januar 2020 am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos lanciert, will gegenseitigen Respekt, Harmonie und Frieden in das Geschäftsleben bringen. Nachhaltigkeit brauche neue Führungspersönlichkeiten, sagte Royston Flude, einer der Initianten. „Kreislaufwirtschaft ist gut. Aber mit der alten Führung geht das nicht.“

Einige der neuen Unternehmer präsentierten sich in Nidau. Esther und Nicolas Mottier-Gerber haben mit ihrem Team ihren Hof in Château-d'Œx VD auf biologisch-dynamische Landwirtschaft umgestellt, mit eigener Energieproduktion, Bioladen, Naturheilpraxis, Herberge. Auf Technik setzen sie da, wo es sinnvoll ist. Den Rest lassen sie die Natur machen.

Ganz am anderen Ende setzen Lionel Ebener und Alexandre Roque an: Ihr open2work soll zum Airbnb der Büros werden. Unternehmen können freie Bürokapazitäten über die Plattform des Zürcher Start-ups anbieten; Interessenten können Büros tageweise buchen, an 27 Standorten in der Schweiz und bald darüber hinaus. 

Ralph Stucki von Swiss Precision Lighting sagt sowohl der Energieverschwendung als auch der Lichtverschmutzung den Kampf an. Seine Beleuchtungslösung für grosse Plätze bringt das Licht dorthin, wo es gebraucht wird, und nur soviel Licht, wie jeweils nötig ist.

Karin Lanz will Kreislaufwirtschaft und Schönheit zusammenbringen: Mit no excuses Lanur hat sie eine Kosmetikmarke lanciert, bei der Crème und Verpackung die Cradle to Cradle Certified Gold-Zertifizierung haben, eine weltweite Premiere. Michèle Rufer-Büchi gibt den vier Jahrzehnte alten Brillen aus dem Fundus des Augenoptikgeschäfts ihrer Eltern ein zweites Leben. Die gelernte Augenoptikerin frischt die Brillen wieder auf und bringt sie wieder zurück in den Kreislauf – und sammelt weitere alte Brillen. Die Schreiner von kln.swiss wiederum bauen robuste Möbel aus Schweizer Holz.

Auch der Verein NextGenerations selbst präsentierte mit dem kreislauffähigen Rucksack ein nachhaltiges Produkt. Mit dem RE-UP_Cyckling-Guide hat er zudem eine Anleitung geschaffen, wie Produkte nicht nur in den Kreislauf zurückgebracht, sondern dabei auch aufgewertet werden können. 

Insgesamt 140 Teilnehmende waren in den Dispo.Space gekommen. Weitere 100 Teilnehmende hatten sich digital zugeschaltet, darunter auch der Nachhaltigkeitspionier Ernst von Weizsäcker.

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