Inlandreisende stützen Tourismus

25. Mai 2021 15:03

Zürich - Der Tourismussektor hat im Pandemiejahr 2020 starke Einbussen bei Reisenden aus dem Ausland hinnehmen müssen. Die Reisen von Einheimischen legten im Jahresvergleich hingegen zu. Für dieses Jahr wird mit einem weiteren Anstieg des Inlandtourismus gerechnet.

Die weltweite Coronavirus-Pandemie habe sich „desaströs“ auf den Schweizer Tourismus ausgewirkt, schreibt die Konjunkturforschungsstelle (KOF) der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) in einer Mitteilung. Aufgrund der staatlichen Kompensationen sei die Struktur der Tourismusbranche aber „weitgehend intakt geblieben“, heisst es dort weiter. Für die Zukunft geht die KOF von einer allmählichen Erholung des Tourismus aus.

Im vergangenen Jahr macht die KOF nach den Schliessungen im Frühjahr ab Juni wieder einen Anstieg der Gästezahlen in Beherbergungs- und Gastronomiebetrieben aus. Er wurde jedoch vor allem von Gästen aus dem Inland generiert. So sei bei den von inländischen Gästen gebuchten Übernachtungen in der Sommersaison 2020 eine Zunahme von 6,4 Prozent im Jahresvergleich verbucht worden, erläutern die Analysten der KOF in der Mitteilung. Die Zahl der Gäste aus dem europäischen Ausland fiel gleichzeitig jedoch um 54 Prozent geringer aus. Bei den Gästen aus Fernmärkten belief sich der Rückgang sogar auf 96 Prozent.

Mit der Umsetzung der Impfkampagne erwartet die KOF eine allmähliche Verbesserung der Geschäftslage im Tourismussektor. Dabei werde zunächst weiterhin der Inlandtourismus steigen, schreiben die Analysten. Sie erwarten, dass die Logiernächte von europäischen Gästen erst im nächsten Jahr wieder das Niveau von vor der Pandemie erreichen. Die Logiernächte von Fernreisenden werden auch 2023 noch geringer als vor der Pandemie ausfallen, prognostizieren die Analysten.

Zudem sei zu erwarten, dass ein Teil des Geschäftstourismus „im Zuge der beschleunigten Digitalisierung“ permanent ausfallen werde, heisst es weiter in der Mitteilung. Davon werde insbesondere der Tourismus in den städtischen Gebieten betroffen sein. hs

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