Initiative will alte Matratzen wiederverwerten

20. Dezember 2021 12:45

Zürich - Ein Zusammenschluss von Unternehmen und Organisationen startet im Frühjahr 2022 einen Pilotversuch zur Wiederverwertung von alten Matratzen. Die sogenannte Matratzen-Allianz der Stiftung Praktischer Umweltschutz Schweiz möchte testen, wie sich ausgediente Schlafunterlagen besser wiederverwerten lassen.

Eine Allianz von Unternehmen und Organisationen möchte auf Initiative der Stiftung Praktischer Umweltschutz Schweiz (Pusch) in Zürich eine Alternative zur Verbrennung von Altmatratzen finden. Dazu startet die sogenannte Matratzen-Allianz im Frühjahr 2022 einen Pilotversuch auf der Entsorgungs- und Recyclingstelle Zürich (ERZ), heisst es in einer Medienmitteilung.

Entsorgte Matratzen sollen dort gesammelt und anschliessend zu der niederländischen Matratzenrecycling-Firma RetourMatras gebracht werden, um herauszufinden, welche Rohstoffe in die Kreislaufwirtschaft zurückgeführt werde können. Die Mitglieder der Allianz, darunter Unternehmen der Möbel- und Matratzenbranche sowie öffentliche Fördermitglieder wie Hochschulen und Kantone, sehen grosses Potenzial in der Rückgewinnung der Materialien aus Altmatratzen, heisst es in der Medienmitteilung.

Anschliessend wolle die Allianz ein eigenes Konzept für die Wiederverwertung von Matratzen in der Schweiz entwickeln und in zwei bis drei Jahren eine Recycling-Anlage in Betrieb nehmen.

Bisher werden hierzulande jährlich schätzungsweise 1 Million ausgediente Matratzen thermisch verwertet, also verbrannt. „Es sind ungeheuer viele Ressourcen, die hier vernichtet werden. Das muss sich auch in der Schweiz ändern“, wird Martin Klöti, Gründungsmitglied und Präsident der im September 2021 gegründeten Matratzen-Allianz, in der Medienmitteilung zitiert.

Neben der Wertschätzung von Produkten und darin enthaltenen Materialien nach deren Nutzung gehe es in dem Projekt auch darum, einen Gesinnungswandel schon bei der Produktentwicklung anzustossen. „Hersteller müssen sich schon im Design und in der Produktion Gedanken machen zur Weiter- oder Wiederverwertung ihrer Produkte und sich fragen, wie in diesem Fall eine Matratze gefertigt sein muss, um die darin enthaltenen Materialien am Ende der Lebensdauer ohne grosse Umstände entnehmen und verwerten zu können“, wird Esther Hidber, Geschäftsführerin der Matratzen-Allianz und Projektleiterin Ressourcen & Abfall bei der Stiftung Pusch, in der Medienmitteilung zitiert. ko

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