Ingwerschaum heilt Wunden

15. August 2019 15:10

St.Gallen - Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hat einen Schaumstoff entwickelt, der die Wundheilung fördert und Narbenbildung begrenzt. Dazu haben die Empa-Forscher gelben Ingwer als eine der wichtigsten Zutaten genutzt.

Der Prozess der Wundheilung ist noch nicht vollständig verstanden worden, heisst es in einer Medienmitteilung der Empa. Im Rahmen des Projekts Scaravoid bemühen sich Wissenschaftler der Empa nun, diesen Vorgang weiter zu ergründen und besser zu verstehen. Dabei ist ihnen auch bereits eine erste Entwicklung gelungen. Sie haben einen Schaumstoff entwickelt, der in Hautwunden den natürlichen Heilungsprozess optimiert. Scaravoid wird von der Gebert Ruf Stiftung unterstützt, bei der Empa arbeiten Forscher um Markus Rottmar vom Biointerfaces-Labor an dem Projekt.

Die Wissenschaftler haben sich für die Entwicklung des Schaumstoffes auf die Prozesse der Wundheilung bezogen, die bekannt sind. Mit ihrer Entwicklung wollen sie dabei unterstützend eingreifen. So bietet der Schaumstoff mit seinem Polymer-Gerüst einwandernden Zellen eine Struktur, an der sie sich ansiedeln können. „Da der Schaumstoff bioabbaubar ist, gestalten die Zellen die angebotene Polymerstruktur nach ihren Bedürfnissen um und bilden ein neues, funktionstüchtiges Gewebe aus“, erläutert die Empa weiter in ihrer Mitteilung.

Während auf diese Weise die Wundheilung gefördert wird, haben sich die Empa-Forscher im Hinblick auf die Narbenbildung einer besonderen Zutat bedient. Sie haben das Polymergerüst mit einer bioaktiven Substanz ausgestattet, nämlich gelbem Ingwer, der auch als Curcumin bekannt ist und für Curry, Margarine oder Senf genutzt wird. Der gelbe Ingwer ist aber auch entzündungshemmend, was sich die Wissenschaftler zu Nutze machen. Vom Polymergerüst aus wird die Substanz nach und nach freigegeben. So steuert sie „das Verhalten und die Funktion der Zellen, die in das Gerüst einwandern, und soll so die natürliche Balance der Wundheilung unterstützen“. Aktuell wird der Schaumstoff noch in Form von kleinen Polymerscheiben im Labor getestet. Für eine klinische Anwendung sollen nun grössere Polymermembrane genutzt werden. jh

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