Industrie verzeichnet Rekordnachfrage

03. Mai 2021 13:58

Aarau/Zürich – Die Nachfrage nach Schweizer Gütern steigt momentan derart an, dass sogar verbreitet Knappheit auftritt. Die Unternehmen stellen dennoch nur verhalten wieder mehr Personal ein.

Die Industrie in der Schweiz schient nach dem starken Einbruch während der Corona-Pandemie zu boomen. Im April verzeichnete sie angesichts des Wiederanspringens der Weltwirtschaft eine überproportional hohe Nachfrage nach Gütern. Das führte vielerorts zu Knappheit und steigenden Preisen, wie aus dem Einkaufsmanager-Index PMI hervorgeht. Dieser befand sich im April auf dem höchsten Stand seit Beginn der Datenerhebung 1995, heisst es in einer Medienmitteilung.

Die stark gestiegene Nachfrage weltweit hat die Unternehmen offenbar überrascht. Diese hatten vermutlich eine niedrigere Nachfrage prognostiziert, schlussfolgern die Autoren. Lieferfristen und Einkaufspreise seien im April gestiegen, die Verkaufslager hätten sich trotz gesteigerter Produktion weiter gelehrt.

Allerdings scheinen die Unternehmer dem sich abzeichnenden Erholungsboom noch nicht zu trauen. So stellten sie im fünften Monat in Folge zwar wieder mehr Personal ein, allerdings vergleichsweise verhalten. Besonders zögerlich seien die Dienstleistungsunternehmen.

Die Auftragslage auf Rekordniveau deute auf eine voraussichtlich nachhaltige Erholung der Industrie von der Coronakrise hin. Auch im Dienstleistungssektor gehe es im dritten Monat in Folge bergauf. Dort liege der PMI aber unter seinen bisherigen Höchstständen und weit hinter dem Stand der Industrie. Dies zeige, dass pandemiebedingte Einschränkungen nach wie vor den Konsum im Inland bremsten.

Für den PMI befragt der Fachverband für Einkauf und Supply Management procure.ch mit Sitz in Aarau monatlich seine Mitglieder. Die in Zürich ansässige Grossbank Credit Suisse wertet die Daten aus und veröffentlicht sie. ko

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