Immunreaktion auf Corona-Virus lässt rasch nach

08. September 2020 11:45

St.Gallen - Eine Studie der Empa zeigt auf, dass mit dem Coronavirus Infizierte unterschiedlich starke Antikörperwerte entwickeln. Vor allem bei Männern lässt die Immunantwort auf den Virus bereits nach wenigen Wochen nach. Impfstrategien müssten daher nach Patientengruppen diversifiziert werden.

Das Particles-Biology Interactions-Labor der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in St.Gallen hat gemeinsam mit  dem Zentrum für Labormedizin (ZLM) und dem kantonalen Gesundheitsdepartement in St.Gallen eine Studie über die Entwicklung von Antikörpern bei einer Infektion mit dem Coronavirus durchgeführt. Dazu wurden die Daten von 160 Personen ausgewertet, die eine eher milde Infektion mit dem Coronavirus durchlaufen hatten, erläutert der Leiter des Empa-Labors, Peter Wick, in einem Interview auf dem Portal der Empa. Den Ergebnissen zufolge könne „von der oft zitierten ,Herdemimmunität‘ keine Rede sein“, meint Wick.

Die aus der Studie gewonnen Daten legten vielmehr nahe, „dass die Immunantwort auf das Virus bereits fünf Wochen nach der Infektion wieder abnahm“, erläutert Empa-Forscher. Zudem sei festgestellt worden, „dass der Trend zur sinkenden Immunreaktion bei Männern deutlicher ausgeprägt ist als bei Frauen“. In einem zweiten Schritt wollen die Forscher nun die Testgruppe vergrössern, um statistisch signifikante Unterschiede von Subgruppen zu gewinnen, beispielsweise hinsichtlich des Alters oder der Risikofaktoren. Gegebenenfalls müssten die Impfstrategien für unterschiedliche Patientengruppen unterschiedlich ausfallen, erläutert Wick.

Neben der Forschung für die Entwicklung von Impfstoffen ist die Empa auch in die Forschung an Schutzmaterialien involviert. Hier werden zum einen die Auswirkungen der Materialien von Masken auf die Umwelt oder die Lunge untersucht, erläutert Wick. Zum anderen arbeitet die Empa „gemeinsam mit Industriepartnern, Klinikern und dem ReMask-Netzwerk“ an antiviralen Schutzmaterialien, mit denen beispielsweise auch Kittel, Vorhänge oder Sitzbezüge in Verkehrsmitteln ausgerüstet werden könnten. hs

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