Ignazio Cassis trifft türkischen Aussenminister

17. August 2020 13:48

Bern - Ignazio Cassis ist mit seinem türkischen Amtskollegen, Aussenminister Mevlüt Çavuşoğlu, zusammengetroffen. Bei dessen offiziellem Besuch in Bern standen unter anderem die beiderseitigen Beziehungen und die zunehmenden Spannungen im östlichen Mittelmeer im Fokus.

Anlässlich eines offiziellen Besuchs in Bern hat sich Mevlüt Çavuşoğlu zu einer Unterredung mit Bundesrat Ignazio Cassis ausgetauscht. Dabei bekräftigten beide Aussenminister ihre Absicht, die guten Beziehungen beider Länder fortzuführen. Die Türkei sei eine „sehr wichtige Partnerin der Schweiz. Wir wollen auch in Zukunft einen offenen und konstruktiven Dialog pflegen“, wird Cassis in einer Medienmitteilung des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) zitiert.

Die bilateralen Beziehungen zwischen beiden Ländern seien „eng und vielfältig“, heisst es in der Mitteilung weiter. Die nach dem Besuch von Cassis in Ankara am 12. Juli 2019 vereinbarten regelmässigen bilateralen Konsultationen zeigten, „welch hohen Stellenwert die Türkei als Partnerin der Schweiz hat und wie viel der Schweiz an einer Vertiefung der Beziehungen liegt“, betonte Cassis.

Die Schweiz steht mit über 300 Schweizer Unternehmen und über 16'000 Arbeitsplätzen in der Türkei an achter Stelle der wichtigsten internationalen Investoren des Landes am Bosporus. 2019 betrug das Handelsvolumen rund 5 Milliarden Franken.

Die beiden Minister hätten Fortschritte in verschiedenen Bereichen bestätigt, „namentlich in Bezug auf den Abschluss eines bilateralen Abkommens für den Schutz von Kulturgut“. Weitere Themen waren die Zypernfrage, wofür die Schweiz ihre Vermittlungsdienste anbot, die gegenwärtige Pandemie und die Lage in Libyen. Zudem seien Fragen der Menschenrechte sowie der Rechtsstaatlichkeit in der Türkei angesprochen worden, insbesondere hinsichtlich der freien Meinungsäusserung.

Bezüglich der zunehmenden Spannungen im östlichen Mittelmeer habe sich Cassis besorgt geäussert. Er habe sich für eine rasche Lösung der aktuellen Krise im Rahmen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ausgesprochen. Schliesslich hätten sich beide auch über das Thema Migration beraten. Dabei habe die Schweiz die wichtige Rolle der Türkei anerkannt, wo sich derzeit rund 4 Millionen Flüchtlinge aufhalten. mm

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