Humabs Biomed behandelt erste Patienten mit Corona-Antikörpern

02. September 2020 12:18

Bellinzona - Humabs Biomed hat die ersten Patienten mit ihrem Antikörper gegen das Coronavirus behandelt. Spätestens Anfang nächsten Jahres sollen damit 1300 Patienten vor einer Klinikeinweisung bewahrt werden können. Das Medikament könnte Mitte 2021 auf den Markt kommen.

Humabs Biomed sucht nach einer Therapie, die gesunde und mit dem Coronavirus infizierte Menschen vor einer Einweisung ins Spital bewahrt. Das könnte mithilfe eines „sehr interessanten Antikörpers“ gelingen, den der Schweizer Spezialist für Antikörpertherapeutika vor sechs Monaten in Zusammenarbeit mit amerikanischen Kollegen entdeckt hat. Das sagt Humabs Med-Direktor Filippo Riva in einem Interview mit dem Online-Fernsehdienst ticinonews. 

Wie er dort ausführt, konnte in der vergangenen Woche im Rahmen einer klinischen Studie der Phase II mit der Behandlung der ersten Patienten begonnen werden, „ein grosser Erfolg für uns hier in Bellinzona“. Dies sei verschiedenen Kollaborationen zu verdanken, unter anderem mit dem Institut für biomedizinische Forschung (IRB) der Universität der italienischen Schweiz (USI), dem kantonalen Krankenhausverband (EOC), privaten Kliniken und dem Kanton Tessin. Humabs Biomed ist eine Tochter des kalifornischen Pharmakonzerns Vir Biotechnology.

Nun sei das Ziel, bis spätestens zum Jahresbeginn 2021 insgesamt 1300 Patienten mit dem neuen Antikörper zu behandeln. „Wenn alles gut geht, können wir unser Medikament Mitte nächsten Jahres auf den Markt bringen“, so Riva. Das Medikament könne prophylaktisch eingesetzt werden, vor allem bei besonders gefährdeten Personen, aber auch beim Auftreten erster Symptomen positiv getesteter Patienten. In diesen Fällen soll es eine Hospitalisierung verhindern. Doch könne es auch bei schwer an COVID-19 erkrankten Personen zur Heilung beitragen.

Auch Impfungen seien natürlich eine wichtige Waffe gegen das Coronavirus, sagt Riva. Doch würden die ersten produzierten Impfdosen nicht der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, sondern Hochrisikopatienten und besonders exponiertem Personal. „Bis jemand wie ich geimpft werden kann, dauert es sicher noch zwei Jahre.“ mm

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