Hochschule Luzern untersucht Phänomen Sprachassistent

29. September 2020 11:11

Luzern - Luzerner Wissenschaftler wollen herausfinden, auf welche Weise Sprachassistenten wie Alexa, Siri und Google Home das Zusammenleben verändern. Denn obwohl sie in den Alltag vordringen, sind die individuellen und sozialen Folgen noch kaum erforscht. Für ihre Studie sucht die Hochschule Luzern noch Teilnehmer.

Wie sich digitale Sprachassistenten auf den Alltag auswirken, will eine interdisziplinäre Studie der Hochschule Luzern aufklären helfen. Die Studie mit dem Titel „Voice Assistants – People, Experiences, Practices, Routines“ wird laut einer Medienmitteilung in drei Schritten erstellt. 

Im kommenden Jahr startet eine ethnographische Studie. Dazu werden mindestens 20 Familien und Wohngemeinschaften mit Sprachassistenten ausgestattet. „Wir stellen ganz grundlegende Fragen“, so Studienleiterin Sabine Junginger. „Wozu benutzen wir solche Geräte, und wie verändern diese unsere täglichen Routinen?“ Die Teilnehmenden führen ein elektronisches Tagebuch. Zudem misst das Forschungsteam auch den Datenverkehr, den der Sprachassistent verursacht.

Ab 2022 nehmen die Probandinnen und Probanden der Studie an Design-Workshops teil. Dort berichten sie über ihre Erfahrungen und formulieren ihre Erwartungen. Das soll klären, wie nützliche Sprachassistenten gestaltet sein müssen und was sie auf keinen Fall machen dürfen. Interessenten für die Teilnahme an diesen ersten beiden Schritten können sich per Mail unter dem Stichwort „Studienteilnahme“ melden.

Im Jahr 2023 werden die Ergebnisse in Leitlinien und Empfehlungen für die Entwicklung, Gestaltung und den Einsatz von Sprachassistenten umgesetzt. „Die Logs, also die Aufzeichnungen, die ein Sprachassistent macht, landen heute auf den Servern der jeweiligen Herstellerfirmen“, so Sabine Junginger. Die Möglichkeiten zur Einsicht seien aber bis dato schlecht geregelt. Das Team möchte hier rechtliche Empfehlungen abgeben.

An der Studie nehmen auch Forschende der Ostschweizer Fachhochschule, der britischen Universität Northumbria und der nordamerikanischen Mozilla Foundation mit Sitz in Berlin teil. Der Schweizerische Nationalfonds fördert sie mit einem Sinergia-Grant für interdisziplinäre Projekte in Höhe von 2,23 Millionen Franken. mm

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