Hochschule Luzern sucht sozial verträglichen Tourismus

19. August 2021 15:05

Luzern/Andermatt UR - Die Hochschule Luzern hat am Beispiel Andermatt die Auswirkungen des Tourismus auf Zusammenleben und wirtschaftliche Entwicklung untersucht. Den Ergebnissen zufolge können Tourismusziele nur unter Einbindung der Bevölkerung sozial verträglich entwickelt werden.

Gerade in touristisch geprägten Regionen sei der Ausbau der Destination oft die einzige Möglichkeit für wirtschaftliche Entwicklung, schreibt die Hochschule Luzern in einer Mitteilung. Forschende der Universität haben untersucht, was dies für die betroffenen Gemeinden mit sich bringt.

„Solche Entwicklungen haben fast immer grosse Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung – und zwar im Bereich des Zusammenlebens, aber auch auf deren sozioökonomische Situation“, wird Beatrice Durrer Eggerschwiler in der Mitteilung zitiert. Nach Ansicht der Projektleiterin und Dozentin für soziokulturelle Entwicklung an der Hochschule Luzern muss die lokale Bevölkerung daher „in die Suche nach neuen Wegen in der Tourismusentwicklung eingebunden werden“.

Forschende der Hochschule Luzern haben die Auswirkungen des Tourismus von 2009 bis 2020 am Beispiel des Ressorts in Andermatt untersucht. Die dabei abgeleiteten Handlungsempfehlungen seien auf andere Destinationen anwendbar, heisst es in der Mitteilung. „Die Studie der Hochschule Luzern liefert wichtige Hinweise auf Faktoren, die das sozioökonomische Gefüge vor Ort beeinflussen und die es bei der Entwicklung von Tourismusorten frühzeitig zu berücksichtigen gilt“, wird Valérie Donzel, Leiterin Neue Regionalpolitik im Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), dort zitiert. Das SECO hat die Studie gemeinsam mit dem Kanton Uri und der Gemeinde Andermatt in Auftrag gegeben.

In Andermatt haben die Forschenden im Zuge der Entwicklung der Destination eine räumliche Aufteilung in den alten Dorfkern und das neue Feriendorf beobachtet. „Solche räumlichen Abgrenzungen können sich auch auf die gesellschaftliche Ebene übertragen“, meint Durrer Eggerschwiler. Sie plädiert für die aktive Integration neu zugezogener Mitarbeitenden und Zweitwohnungsbesitzenden.

Insgesamt bewege sich die Entwicklung von Destinationen immer im Spannungsfeld zwischen Bewahrung und Veränderung von Strukturen, erläutert die Forscherin in der Mitteilung weiter. Hier müsse die Bevölkerung in einen gemeinsamen, immer wieder neu ausgehandelten Lernprozess eingebunden werden. hs

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