Hochgeschwindigkeitskameras bekommen Konkurrenz

Viele Phänomene lassen sich mit traditionellen Kameras nur verschwommen aufnehmen – etwa wenn ein Wassertropfen in Textil eindringt oder ein Gummiball vom Boden aufprallt. Bessere Aufnahmen von solchen Phänomenen würden auch Wissenschaftlern helfen, sie besser zu verstehen. Allerdings ist eine geeignete Aufnahme nur mit Hochgeschwindigkeitskameras möglich. Und diese sind sehr teuer, wie die Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne (EPFL) in einer Mitteilung erklärt.

Forscher der EPFL haben nun gemeinsam mit Kollegen an der Universität Harvard ein neues Bildverarbeitungssystem namens Virtual Frame Technique (VFT) entwickelt. Dieses kann aus einem Bild, das mit einer traditionellen Kamera – auch mit dem Mobiltelefon – aufgenommen wurde, tausende Bilder generieren und so Schritt für Schritt das Auftreten des Phänomens aufzeigen. Das Verfahren ist laut der EPFL nicht nur günstiger als Hochgeschwindigkeitskameras, sondern auch besser.

Das VFT analysiert quasi verschwommene Bilder, erklärt John Kolinski, Professor an der EPFL. Genau die verschwommenen Bereiche seien jene, wo das Phänomen räumlich und zeitlich stattfindet. ssp