Health Tech Cluster hat über neue EU-Regeln informiert

27. Januar 2020 12:53

Schlieren ZH - Die Medtech-Branche muss ab Ende Mai neue EU-Regeln umsetzen. Doch wie die Schweizer Hersteller danach Zugang zum EU-Binnenmarkt haben, ist noch offen. Entsprechend gross war das Interesse an einer Veranstaltung des Health Tech Clusters Switzerland.

Health Tech Cluster Switzerland (HTCS) ist ein Netzwerk von Herstellern, Zulieferern, Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen sowie Dienstleistern und Investoren im Bereich der Gesundheitstechnologien. HTCS hat in Zusammenarbeit mit der kantonalen und der städtischen Standortförderung am 16. Januar im startup space und im Innovations- und Jungunternehmerzentrum IJZ in Schlieren eine für die Branche wichtige Veranstaltung organisiert. 

Dabei ging es um den künftigen Zugang der Schweizer Medizinaltechnikbranche zum EU-Binnenmarkt. Ab dem 26. Mai 2020 gelten in der EU zwei neue Verordnungen für die Zulassung von Produkten der Medizinaltechnik. Bisher anerkennt die EU die Schweizer Regulierung als gleichwertig: Produkte mit Schweizer Zulassung dürfen ohne weitere Prüfung in Europa verkauft werden. Damit das auch nach dem 26. Mai möglich ist, müsste das bilaterale Abkommen über die gegenseitige Anerkennung von Konformitätsbewertungen (MRA) aktualisiert werden. Doch im Ringen um das institutionelle Abkommen verweigert die EU diese formelle Nachführung des Abkommens.

Daher weiss derzeit niemand, was für die Schweizer Branche ab Ende Mai gilt. Sechs grosse Medtech-Firmen haben deshalb dem Bundesrat im Dezember einen Brief geschrieben. Darin baten sie die Landesregierung eindringlich, das Thema an der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos im Gespräch mit der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorzutragen. Der Bundesrat solle sich dort dafür einsetzen, dass das MRA schnellstmöglich aktualisiert werde. Gelinge das nicht, brauche es zumindest baldige Klarheit darüber, welche Regeln ab Ende Mai für den Export von Schweizer Produkten in die EU gelten. Die Branche sei wichtig, sie biete 58’000 Arbeitsplätze und erwirtschafte 13,5 Prozent der Schweizer Aussenhandelsbilanz. Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga hat das Thema denn auch bei ihrem Treffen mit von der Leyen in Davos angesprochen. Wie die EU darauf reagiert, ist noch nicht bekannt.

Das Interesse der Branche an den neuen Regeln der EU ist dennoch gross. Die Veranstaltung in Schlieren Mitte Januar war sehr gut besucht. Die Präsentationen sind auch im Internet zugänglich. „Wir können mit solchen Branchentreffen für die in Schlieren ansässigen Medtech-Firmen einen Mehrwert bieten“, meint Standortförderer Albert Schweizer. „Wir sollten laufend solche Branchentreffen nach Schlieren bringen, auch wenn es an den nötigen Infrastrukturen mangelt, zum Beispiel an Saal- und Meetinginfrastrukturen.“

Standortförderung Stadt Schlieren

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