Handelsstreit belastet Weltwirtschaft

Die amerikanischen Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte und die Androhung weiterer Zölle haben die Realwirtschaft erreicht. Es gebe Anzeichen, dass bereits ein Abwärtsprozess begonnen habe, sagt Roberto Azevedo in einem Interview mit dem Düsseldorfer „Handelsblatt“. „Wenn es zu einer Eskalation im Handelsstreit kommt, droht ein weltweiter Abschwung“, so der Chef der Welthandelsorganisation WTO. Es sei daher nötig, den Dialog aufrechtzuerhalten. Sonst werde es „unweigerlich zu einer Eskalation kommen“. Insbesondere rät er der EU und Kanada bei der Reaktion auf die amerikanischen Massnahmen zu Zurückhaltung. Die Begründung der amerikanischen Zölle mit nationalen Sicherheitsinteressen hält er für „sehr ungewöhnlich“.

Azevedo empfiehlt auch, den Vorschlag von US-Präsident Donald Trump aufzugreifen, alle Handelsbeschränkungen abzuschaffen. „Eine Liberalisierung des Handels ist immer eine gute Sache“, so der Chef der in Genf sitzenden Organisation. „Die Staats- und Regierungschefs sollten die Idee weiterverfolgen.“ stk