Handelskammerchef gibt Entwarnung

24. Juli 2020 14:20

Zürich - Das Verhältnis der Schweiz zu den USA werde auch durch eine Einstufung der Schweiz als Währungsmanipulator nicht belastet, meint Martin Naville im Interview. Der Chef der Handelskammer Schweiz-USA hält ein Handelsabkommen beider Länder weiterhin für möglich.

Die voraussichtliche Einstufung der Schweiz als Währungsmanipulator durch die USA sei „natürlich etwas unangenehm“, meint Martin Naville im Interview mit der „Handelszeitung“. Direkte Konsequenzen für das bilaterale Verhältnis fürchtet der Chef der Handelskammer Schweiz-USA aber nicht. Auch der Handelsbilanzüberschuss der Schweiz spiele für die USA „überhaupt keine Rolle“. Dazu sei „die wirtschaftliche Bedeutung der Schweiz“ für den Handelspartner USA „zu klein“.

Die Pläne der Schweiz für ein Freihandelsabkommen mit den USA sind nach Ansicht von Naville „noch nicht gescheitert“. Ein solches Abkommen würde jedoch „für amerikanische Arbeiter und Bauern nicht viel ändern“, gibt der Handelskammerchef zu bedenken. Die Schweiz stehe als kleines Land daher „nicht zuoberst auf der Liste“ der USA.

Die grössten Chancen räumt Naville einem Abkommen für den Fall einer zweiten Amtszeit von Donald Trump ein. Unter einem Präsidenten Joe Biden würde sich hingegen „die Tonalität“ verändern „und gewisse Steuern würden massiv steigen“. Die gespannte Beziehung zu China sieht Naville jedoch unter beiden möglichen Präsidenten als Konstante. Hier könne die Schweiz wegen ihrer Zusammenarbeit mit dem chinesischen Staatsunternehmen Huawei Schwierigkeiten bekommen, falls „die EU und USA wegen Huawei in einen Konflikt geraten“. hs

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