Grossteil der Lebensmittelverschwendung ist vermeidbar

29. April 2019 13:38

Bern - Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat in zwei Studien den Verlust von Lebensmitteln in Landwirtschaft und Schweizer Haushalten analysiert. In der Landwirtschaft fallen jedes Jahr 225.000 Tonnen Lebensmittelabfälle an und in den Schweizer Haushalten rund 1 Million Tonnen. Der grösste Teil dieser Abfälle wäre dabei vermeidbar.

Lebensmittelabfälle, sogenannter Food Waste, belasten die Umwelt, insbesondere Boden, Wasser und das Klima. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) erläutert in einer Medienmitteilung, wie viele Lebensmittel entlang der Produktions- und Vermarktungskette vom Acker bis zum Teller verloren gehen oder weggeworfen werden.

In der Landwirtschaft gibt es die höchsten Lebensmittelverluste: Hier fallen jedes Jahr 225.000 Tonnen Abfälle in Form von Ernterückständen oder Ernteausschuss an. 200.000 Tonnen, also rund 90 Prozent, wären davon vermeidbar. Bloss 1 Prozent dieser Verluste werden in der Abfallwirtschaft zur Wärme- und Elektrizitätsgewinnung verwandt. Der Rest gelangt als Dünger auf die Felder (173.000 Tonnen) oder wird an Tiere verfüttert (49.500 Tonnen).

In den Schweizer Haushalten sind es rund 1 Million Tonnen. Die hohe Menge an Food Waste hat in der Regel zwei Gründe: Abfälle werden zu wenig als solche erkannt, und die Wertschätzung von Lebensmitteln ist zu gering. Hier wären knapp die Hälfte der Abfälle vermeidbar, pro Kopf bedeutet dies jährlich rund 60 Kilogramm. Etwa die Hälfte dieser Abfälle wird in der Folge verbrannt (480.000 Tonnen) oder zu Recyclingdünger und Biogas verwertet (170.000 Tonnen). Die verbleibenden 350.000 Tonnen gelangen in den Kompost.

Die aktuellen BAFU-Studien zur Erfassung der Lebensmittelabfälle bilden die Basis für Lösungsansätze zur Verminderung von Food Waste. Die Schweiz hat gemeinsam mit mehr als 190 Staaten im Jahr 2015 die UN-Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung verabschiedet, mit der Verpflichtung, die Lebensmittelabfälle pro Kopf auf Einzelhandels- und Verbraucherebene bis 2030 zu halbieren. eb

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