Graubündner Kantonsärztin warnt vor Plastikvisieren

14. Juli 2020 11:50

Chur - Das Gesundheitsamt Graubünden mahnt zur strikten Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln, um Corona-Ansteckungen zu verhindern und so einschneidende Beschränkungen zu vermeiden. Plastikvisiere würden dabei ein falsches Gefühl von Sicherheit vermitteln.

Im Kanton Graubünden ist die Zahl der Corona-Infizierten wieder leicht angestiegen. Nach Angaben des Gesundheitsamtes in einer Medienmitteilung befinden sich zehn Personen in Isolation und 136 Personen in Quarantäne sowie zwei Person in Spitalpflege. Besonders auffallend sei, dass auch Personen, welche zum Schutz Plastikvisiere trugen, angesteckt wurden. Diese Visiere werden vor allem in der Gastronomie häufig benutzt.

Obwohl die Plastikvisiere nicht oder nur ungenügend schützen, vermitteln sie den Trägern ein falsches Gefühl der Sicherheit, erklärt Kantonsärztin Marina Jamnicki. Sie rät von der alleinigen Verwendung von Plastikvisieren ab. Wenn, wie in der Gastronomie alltäglich, der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, seien Gesichtsmasken empfohlen. Mit Blick auf die Sommersaison wird Betrieben, welche sich bisher auf den Schutz von Plastikvisieren verlassen haben, eine Überarbeitung ihrer Schutzkonzepte empfohlen.

Ziel des Appells des Graubündner Gesundheitsamtes an Bevölkerung und Unternehmen ist die Vermeidung einschneidenderer Massnahmen. Denn die hätten vor allem für den Tourismus, aber auch die weitere Wirtschaft, schwere Konsequenzen.

Das sogenannte Contact Tracing funktioniert nach Angaben des Gesundheitsamtes. Durch die Rückverfolgung der Kontakte und Quarantäne der Kontaktpersonen soll das Unterbrechen der Infektionsketten ermöglicht werden. Schliesslich wird der Bevölkerung die Nutzung der SwissCovid App angeraten. gba

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