Graubünden will klimafreundliche Landwirtschaft

24. September 2020 11:37

Chur - Der Kanton Graubünden will die in der Landwirtschaft anfallenden CO2-Emissionen halbieren. Ein entsprechendes Pilotprojekt wird vom Kanton mit 6,4 Millionen Franken gefördert. Als massentauglich erkannte Projektmassnahmen sollen auf die ganze Bündner Landwirtschaft ausgedehnt werden.

Die Schweizer Landwirtschaft sei für rund 13 Prozent der im Land jährlich produzierten Treibhausgasemissionen verantwortlich, informiert das Departement für Volkswirtschaft und Soziales im Kanton Graubünden in einer Mitteilung. Gleichzeitig verfüge die Landwirtschaft „über ein relativ grosses Potenzial“ zur Reduzierung ihrer Emissionen, heisst es dort weiter. Zudem könnten die Betriebe durch Humusaufbau einen Beitrag zur langfristigen Bindung von CO2 im Boden leisten.

Massnahmen zum Klimaschutz in der Landwirtschaft seien bislang allerdings noch kaum erprobt oder auf ihre Umsetzbarkeit und Akzeptanz hin untersucht worden, wird in der Mitteilung weiter erläutert. Abhilfe will das Projekt Klimafreundliche Landwirtschaft schaffen. Hier sollen in den kommenden fünf Jahren bei 50 repräsentativen Bündner Landwirtschaftsbetrieben Pilotprojekte umgesetzt werden.

Ab 2026 sollen Massnahmen, die sich im Pilotprojekt bewährt haben und für die breite Umsetzung geeignet sind, in der gesamten Bündner Landwirtschaft Anwendung finden. Damit will der Kanton die CO2-Emissionen der Bündner Landwirtschaft von derzeit geschätzten 270'000 Tonnen jährlich auf etwa die Hälfte reduzieren.

Die Kosten der fünfjährigen Pilotphase des Projekts werden in der Mitteilung auf rund 7 Millionen Franken beziffert. Der Kanton wird insgesamt 6,4 Millionen Franken davon übernehmen. Dabei sind 4,3 Millionen Franken als direkte Förderbeiträge für die am Projekt beteiligten Landwirtschaftsbetriebe gedacht. Die restlichen Mittel stehen für Ausbildung, Kommunikation, Projektleitungs- und Controllingaufgaben zur Verfügung. hs

Aktuelles im Firmenwiki