Graubünden schliesst Lücke im Rettungswesen

05. Juni 2020 09:44

Chur - Graubünden baut bis 2021 ein Netz von besonders qualifizierten Ersthelfenden für gesundheitliche Notfälle auf. Insgesamt 350 übers Kantonsgebiet verteilte sogenannte First Responder Plus werden schnell am Einsatzort sein und bis zum Eintreffen von Rettungsteams Soforthilfe leisten.

Der Kanton Graubünden hat mit der Alpinen Rettung Schweiz (ARS) die Vereinbarung First Responder Plus abgeschlossen. Sie stellt die rasche Erstversorgung schwer erkrankter oder verunfallter Personen bis zum Eintreffen der professionellen Einsatzkräfte sicher. 

First Responder sind organisierte Ersthelfende, die möglichst schnell die Erstversorgung übernehmen können. First Responder Plus können über Herznotfälle hinaus auch mit Kreislaufstillstand, Bewusstlosigkeit oder starken Blutungen schnell und sicher umgehen.

Die Regierung hat die ARS mit dem Aufbau dieses Netzes beauftragt. Unter Federführung der ARS sollen über den Kanton verteilt bis zum kommenden Jahr insgesamt 70 First Responder Plus-Gruppen mit je fünf Mitgliedern einsatzbereit sein. Damit wird „eine Lücke in der Organisation des Rettungswesens des Kantons geschlossen“, heisst es in einer Medienmitteilung.

Die First Responder Plus werden zusammen mit den professionellen Einsatzkräften über die Sanitätsnotrufzentrale 144 aufgeboten.

Als Startinvestition für die Ausrüstung sowie die Aus- und Fortbildung fallen Kosten von rund 700'000 Franken an. Rund 250'000 Franken wird die Schweizer Berghilfe beisteuern. Die verbleibenden 450'000 Franken werden durch die ARS vorfinanziert. Der Kanton wird diese Startinvestition bis 2030 mit einer jährlichen Zahlung von 141'000 Franken an die ARS abgelten und mit dieser Zahlung auch die jährlichen Betriebskosten abdecken. mm

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