Gotthard-Achse zeigt deutliche Belebung

29. Juni 2021 12:41

Bern - Die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels 2016 zeigt laut Bundesamt für Raumentwicklung zahlreiche positive Effekte: mehr Zugreisende, weniger Autoverkehr und mehr Logiernächte. Ausserdem nahm um die untersuchten Bahnhöfe die Bevölkerung und die Zahl der Arbeitsplätze zu.

Der Gotthard-Basistunnel wirkt sich hinsichtlich Raum- und Verkehrsentwicklung deutlich nachprüfbar aus. Das hat ein Zwischenergebnis des sogenannten Monitoring Gotthard Achse durch das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) ergeben. Es bezieht sich auf den Zeitraum nach Eröffnung des Gotthard-Basistunnels 2016, aber vor Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels. 

Laut einer Medienmitteilung nahm die Zahl der Zugreisenden am Gotthard zwischen 2016 und 2019 um 28 Prozent zu. Im Vergleich dazu betrug die Zunahme im gleichen Zeitraum schweizweit nur 1 Prozent. Dieser Anstieg sei auf das verbesserte Verkehrsangebot, namentlich auf kürzere Fahrzeiten und die höhere Frequenz, zurückzuführen. Auch das optimierte Angebot im öffentlichen Verkehr in den Kantonen Uri und Tessin habe dazu beigetragen. 

Die Anzahl der Autos sei im gleichen Zeitraum um 4 Prozent gesunken. Das entspreche einem täglichen Rückgang um 1000 bis 1800 Personenfahrten. Entsprechend sei die Zahl der Bahnreisenden gestiegen. 60 bis 80 Prozent dieses Anstiegs sei dem Umstieg vom Auto auf den Zug zu verdanken. 

Im Tessin geht das Wachstum beim Bahnverkehr mit jenem der Logiernächte einher. Das ARE zeigt sogar eine deutliche Trendumkehr auf: Waren die Übernachtungen von 2011 bis 2015 um 7 Prozent zurückgegangen, so stiegen sie zwischen 2016 und 2019 um 6 Prozent. 

Von der verbesserten Erschliessung habe Bellinzona am meisten profitiert. Dort liegen Wachstumsraten bei Bevölkerung, Beschäftigten und Immobilien über denen von Lugano. Überhaupt sei die Bevölkerung im Umfeld der untersuchten Bahnhöfe stärker gewachsen als anderswo. Einige Gebiete hätten deutliche Zuwachsraten bei Arbeitsplätzen verbucht. 

Auch im Kanton Uri hätten die Verbesserungen der Verkehrsinfrastruktur zum Wachstum bei Bevölkerung und Arbeitsplätzen beigetragen. Zudem gebe es mehr Arbeitskräfte, die in Richtung Luzern und Zürich pendeln. Mit der für Ende Jahr geplanten vollständigen Eröffnung des neuen Bahnhofs dürfte sich dieser Trend noch verstärken, so das ARE. mm

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