Globale Mindeststeuer würde Standort Schweiz schaden

22. April 2021 13:29

Zürich - Eine globale Mindeststeuer, wie sie derzeit diskutiert wird, würde die Standortattraktivität der Schweiz gefährden. Zu diesem Schluss kommt das Beratungsunternehmen KPMG. Es sei daher umso wichtiger, andere Standortfaktoren zu stärken.

Der internationale Druck zur Angleichung der Gewinnsteuern für Firmen steigt. Im Zentrum der Debatte stehen dabei Überlegungen zu einem internationalen Mindestsatz für die Besteuerung von Unternehmen. US-Finanzministerin Janet Yellen hatte zuletzt einen globalen Mindeststeuersatz von 21 Prozent vorgeschlagen. Dieser liegt weit über dem ordentlichen Gewinnsteuersatz von derzeit 14,9 Prozent in der Schweiz.

Eine globale Mindeststeuer würde daher die Standortattraktivität der Schweiz gefährden, hält KPMG in einer Medienmitteilung zu seinem Swiss Tax Report 2021 fest. Der Spielraum, sich im Standortwettbewerb mittels eines kompetitiven Steuerregimes zu positionieren, wäre dadurch verringert. „Je höher der Mindeststeuersatz, desto geringer der Spielraum der Schweiz“, so Stefan Kuhn, Leiter der Steuer- und Rechtsberatung von KPMG.

Laut dem Beratungsunternehmen sei daher die sorgfältige Pflege anderer Standortfaktoren umso wichtiger. Zu diesen gehören beispielsweise der Zugang zu Talenten sowie flexible Arbeitsmarktbedingungen, politische Stabilität und Rechtssicherheit. Zudem würden der internationale Marktzugang, eine moderne Infrastruktur sowie bereits vorhandene Branchencluster weiter an Bedeutung gewinnen.

Derzeit steht die Schweiz aus steuerlicher Sicht im internationalen Vergleich nach wie vor gut da, schreibt KMPG. Sein Swiss Tax Report 2021 zeigt, dass die Gewinnsteuersätze für Unternehmen mit einem Durchschnitt von 14,9 Prozent in diesem Jahr leicht gesunken sind. Im Vorjahr lagen sie bei 15,1 Prozent. Elf Kantone haben ihre Gewinnsteuersätze gesenkt. Der Kanton Zug weist mit 11,9 Prozent den tiefsten Gewinnsteuersatz auf. Der Kanton Nidwalden hat den Kanton Luzern überholt und belegt damit den zweiten Platz.

KMPG geht davon aus, dass die Gewinnsteuersätze bis 2025 weiter sinken werden, weil einige Kantone im Rahmen der Unternehmenssteuerreform STAF noch nicht die ganze Senkung der Steuersätze vorgenommen haben. So dürfte der ordentlichen Gewinnsteuersatz der Schweiz 2025 bei 14,3 Prozent liegen.

Bei der Besteuerung der natürlichen Personen hat sich laut KMPG insgesamt wenig geändert. Mit 33,7 Prozent liegt der Spitzeneinkommenssteuersatz praktisch auf dem Niveau des Vorjahres. Den tiefsten Einkommenssteuersatz wendet der Kanton Zug mit rund 22,4 Prozent an, gefolgt von Appenzell Innerrhoden (24,1 Prozent) und Obwalden (24,3 Prozent). ssp

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