Gletscherinitiative soll Umsetzung der Klimaziele sichern

Spätestens bis 2050 soll die Nutzung von Erdöl, Erdgas und Kohle in der Schweiz verboten werden. Dies fordert die Gletscherinitiative. Hinter dieser steht der Journalist Marcel Hänggi. Damit ohne eine Partei oder einen Verband im Rücken genügend Unterschriften für eine Volksinitiative gesammelt werden können, wird am 25. August ein Verein gegründet.

Die Initiative sei nötig, damit die Klimaziele aus Paris tatsächlich umgesetzt werden können, erklärt Hänggi in einem Interview mit dem „Blick“. Das Pariser Klimaabkommen sei „ein guter Vertrag, aber er enthält keine Instrumente, um die Regierungen zur Einhaltung ihrer Verpflichtungen zu zwingen“. Daher müssen dies laut Hänggi die Zivilgesellschaften in den einzelnen Ländern tun.

Seine Initiative sieht Hänggi nicht als radikal an: „Die Initiative verlangt eigentlich nur, wozu sich die Schweiz in Paris schon völkerrechtlich verpflichtet hat“, sagt er. „Das Wort Verbot klingt negativ, aber wir verbieten vieles, weil wir überzeugt sind, dass es Schaden anrichtet: Atomwaffen, Folter, Sklaverei, Drogen. Fossile Energieträger gefährden die Welt ebenso stark.“

Der Wirtschaft werde die Initiative laut Hänggi nicht schaden, denn sie sehe „Ausgleichsmassnahmen zum Schutz der heimischen Industrie“ vor. Ausserdem berge der Ausstieg aus den fossilen Energien auch wirtschaftliche Chancen: „Wenn Kohle und Öl verboten sind, werden andere Energieträger wie Sonne, Wind und Wasser konkurrenzfähig“, so Hänggi. ssp