Glarus prüft Potenzial für Wintersolarstrom

06. Juli 2020 15:15

Glarus - Der Regierungsrat von Glarus spricht sich für die Prüfung der Förderung von Photovoltaikanlagen mit besonders hohem Winterertrag aus. Das soll dazu beitragen, die Ziele der Energiestrategie 2050 zu erreichen.

Photovoltaik gilt als potenziell wichtigste neue erneuerbare Energiequelle in der Schweiz. Im Winter stösst ihre Nutzung allerdings bisher an Grenzen. Der Verbrauch von Winterstrom ist mit 34,5 Terawattstunden deutlich höher als beim Sommerstrom mit 28,4 Terawattstunden. Die typische Sonnenstromanlage allerdings liefert im schweizerischen Mittelland im Winter nur 25 bis 30 Prozent des Jahresertrags. Deutlich höher sind die winterlichen Erträge bei alpinen Anlagen.

Das Bundesamt für Energie (BFE) empfiehlt, Fassadenanlagen künftig besser zu fördern. Diese sollen mehr Winterstrom fördern als die im Mittelland übliche Photovoltaikanlage auf dem Dach. Das Potenzial für alpine Anlagen oder Fassadenanlagen sei im Kanton Glarus zwar beschränkt, heisst es in einer Medienmitteilung. Allerdings seien einige mit Stromnetzen erschlossene, geeignete Standorte wie Seilbahnstationen und hochgelegene Siedlungsgebiete vorhanden, wo Fassadenanlagen an mehrstöckigen Gebäuden möglich wären.

Der Regierungsrat verweist in einer Medienmitteilung darauf, dass der Kanton Glarus wie die meisten anderen Kantone keine eigenen Förderinstrumente aufgelegt hat. Einspeisevergütungen und einmalige Investitionsbeihilfen für die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen kommen aus Bundesmitteln. So seien im Vorjahr im Kanton Glarus für 35 Wasserkraftwerke rund 17,6 Millionen Franken, für 83 Photovoltaikanlagen rund 0,6 Millionen Franken und für ein Biomassekraftwerk rund 0,35 Millionen Franken ausbezahlt worden. Der Regierungsrat des Kantons Glarus spricht sich für eine schweizweite Lösung bei der Förderung von Photovoltaikanlagen mit bedeutender Winterproduktion aus. Für die allfällige Prüfung hat er einen Antrag an den Landrat gestellt.

Die im Mai 2017 vom Schweizer Stimmvolk angenommene Energiestrategie 2050 bezweckt, Energie effizienter einzusetzen, die fünf Schweizer Kernkraftwerke am Ende ihrer sicherheitstechnischen Lebensdauer nicht mehr zu ersetzen und dafür mehr Elektrizität aus erneuerbaren Quellen zu produzieren. Eine Änderung des Energiegesetzes mit dem Ziel einer vermehrten Nutzung von erneuerbaren Energien ist derzeit in der Vernehmlassung. gba

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