Gezieltes Spielen hilft gegen Demenz

09. April 2021 10:46

Zürich/Schindellegi SZ - Kognitiv-motorisches Training stärkt bei Demenzkranken Aufmerksamkeit, Konzentration, Erinnerung und Orientierung. Zu diesen neuen Forschungsergebnissen ist eine Forschungsgruppe gelangt, an der die ETH Zürich und ihre Ausgründung Dividat beteiligt waren.

Eine klinische Studie zeigt erstmals, dass ein spielerisches kognitiv-motorisches Training sowohl die geistigen als auch die physischen Fähigkeiten von stark beeinträchtigten Demenzpatienten verbessert. Die dabei eingesetzte Trainingsplattform Senso stammt von Dividat, einer in Schindellegi ansässigen Ausgründung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH). 

Auch der Doktorvater der Dividat-Mitgründerin Eva van het Reve, Eling de Bruin vom ETH-Institut für Bewegungswissenschaften und Sport, war laut einer Medienmitteilung der Hochschule an dieser in Belgien durchgeführten Studie beteiligt. Durch die Zusammenarbeit beider war die Trainingsplattform Senso entstanden. Dabei besteht die Aufgabe der Nutzerinnen und Nutzer darin, eine am Bildschirm vorgegebene Bewegungsabfolge mit ihren Füssen nachzuvollziehen. Eine Bodenplatte misst dabei die Schritte, Gewichtsverlagerungen und das Gleichgewicht.

Eine Gruppe demenzkranker Personen über 85 Jahren aus belgischen Pflegeheimen „trainierte über einen Zeitraum von acht Wochen dreimal die Woche jeweils 15 Minuten mit dem Dividat Senso, während die zweite Gruppe Musikvideos ihrer Wahl hörte und schaute“, erklärt de Bruin das Studiendesign.

Das Ergebnis war laut ETH Zürich eindeutig: Das Training mit der Plattform Senso hat bei der Trainingsgruppe Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Konzentration, Erinnerung und Orientierung gestärkt. „Das sind sehr ermutigende Ergebnisse“, so de Bruin. Dagegen hat sich die Kontrollgruppe während der acht Wochen weiter verschlechtert.

Aktuell arbeitet seine Forschungsgruppe daran, die Ergebnisse dieser Pilotstudie bei Menschen mit einer Vorstufe von Demenz zu wiederholen. Dabei sollen die neuronalen Prozesse im Gehirn genauer erforscht werden. mm 

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