Gewässerbelastung ist grösser als erwartet

19. Juli 2022 12:12

Dübendorf ZH/Zürich - Moderne Kläranlagen können nicht alle im Abwasser von Industrieanlagen vorhandenen Substanzen herausfiltern. Dies zeigt eine Studie von Eawag und Eidgenössischer Technischer Hochschule Zürich. Scienceindustries betont die Mitarbeit der Industrie und verweist auf bereits getroffene Massnahmen.

Forschende des Wasserforschungsinstituts Eawag und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) haben über mehrere Monate hinweg das gereinigte Abwasser aus elf Kläranlagen untersucht, informiert Eawag in einer Mitteilung. Dabei habe sich herausgestellt, dass eine Reihe von synthetischen Verbindungen aus der pharmazeutischen und chemischen Industrie auch von modernen Kläranlagen nicht herausgefiltert wird, heisst es dort weiter. Unter den von den Forschenden gefundenen Substanzen könnten „sich auch toxische Verbindungen befinden, die eine Bedrohung darstellen für die aquatische Artenvielfalt“.

Als Gegenmassnahmen schlagen die Forschenden „massgeschneiderte Monitoringprogramme“ vor, auf deren Grundlage Massnahmen ergriffen werden könnten. Die Spanne solcher Massnahmen reicht dabei von Änderungen der Abwasserbehandlung in den Unternehmen selbst über Innovationen bei den Kläranlagen und Umstellungen bei Herstellungsprozessen bis hin zu gesetzlichen Regulierungen und dem Verbot bestimmter Stoffe. 

In einer eigenen Mitteilung würdigt scienceindustries die Studie als Beitrag zur Vertiefung der Kenntnisse über die Auswirkungen von Prozessen auf Mensch und Umwelt. Gleichzeitig weist der Wirtschaftsverband Chemie Pharma Life Sciences auf die aktive Mitarbeit von Mitgliedsunternehmen an der Studie hin. Diese sei in der Mitteilung von Eawag „nicht adäquat erwähnt“ worden. Zudem hätten Unternehmen bereits Massnahmen zur Änderung der Abwasserbehandlungspraxis eingeleitet. Als Beispiel nennt scienceindustries eine Anpassung des Vorbehandlungssystems, mit der eine für die erhöhte Toxität von Algen verantwortliche Substanz nicht mehr entsteht. hs

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