Gesellschaftlicher Druck zum Impfen nimmt zu

27. Juli 2021 14:26

Winterthur - Der gesellschaftliche Druck, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, hat seit Beginn der Impfkampagne insgesamt zugenommen. Dies zeigt eine Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Die Gründe für das Impfen hängen vom Alter ab.

Der gesellschaftliche Druck, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, hat in der Schweiz seit Beginn der Impfkampagne deutlich zugenommen. Dies zeigt eine Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Der entsprechende Wert lag Mitte April noch bei 1,9 Punkten auf einer Skala von eins bis zehn. Bis Ende Juli ist er auf 4,3 Punkte angestiegen.

„Dass der Druck zunimmt, ist wohl darauf zurückzuführen, dass im Rahmen der Impfkampagne die Bemühungen zugenommen haben, unentschlossene und skeptische Menschen vom Impfen zu überzeugen“, wird Julia Dratva, Co-Studienleiterin vom ZHAW-Departement Gesundheit, in einer Medienmitteilung zur Studie zitiert. Aber auch die Verbreitung der ansteckenderen Deltavariante des Virus könne zu mehr Druck geführt haben.

Die Gründe, weshalb sich Personen in der Schweiz gegen das Coronavirus impfen lassen, hängen in erster Linie vom Alter ab, wie die Studie weiter zeigt. Bei Personen bis zu 24 Jahren werden der Schutz der Risikobevölkerung, die Aussicht, wieder reisen zu können, sowie die Beseitigung der negativen Auswirkungen der Pandemie – etwa weitere Lockdowns – als Hauptmotive genannt. Bei älteren Personen steht der Selbstschutz im Vordergrund.

„Die Motive entsprechen dem, was der Bund in seiner Kommunikation immer wieder empfiehlt: Ältere Menschen schützen sich mit der Impfung selbst, Junge vor allem die Gesellschaft“, so Dratva.

Über alle Altersgruppen gesehen wurde der Schutz der eigenen Gesundheit als wichtigster Grund genannt, gefolgt von der Beseitigung der negativen Auswirkungen der Pandemie. Die Angst vor der Pandemie wurde bei allen Altersgruppen am wenigsten als Impfmotiv angesehen.

Die ZHAW hat die Studie im Impfzentrum Winterthur durchgeführt und rund 9000 Personen befragt. Die Ergebnisse zeigen auch, dass 95 Prozent der Befragten mit dem Impfzentrum zufrieden waren. ssp

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